Pinkwart setzt Zeichen für E-Mobilität

Von: Katharina Menne
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Gut gelaunt besucht NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart im Rahmen seiner Sommertour die Aachener Streetscooter GmbH. Der Ausbau und die Förderung der Elektromobilität sind ihm ein besonderes Anliegen.

Aachen. Noch fährt Andreas Pinkwart (FDP) das Auto seines Vorgängers – eine Mercedes-Limousine mit konventionellem Verbrennungsmotor. Doch wenn es nach dem neuen Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie geht, steht bald ein Elektroauto vor der Ministeriumstür.

„Ich kann nicht nur darüber reden, wie toll ich die Elektromobilität finde. Ich muss auch mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte er am Mittwoch bei seinem Besuch in Aachen, wo er im Rahmen seiner NRW-Sommertour Halt machte.

Manchmal könne eine Krise wie der aktuelle Dieselskandal Motor sein für Innovation und Fortschritt. „Die Nachfrage nach emissionsarmen Fahrzeugen steigt. Das ist die Chance für die Elektromobilität“, sagte er. „Ich will, dass Nordrhein-Westfalen das führende E-Mobilitätsland in Deutschland und auch in Europa wird. Dafür setze ich mich ein.“

Erfolgreiche Ausgründung

Passend dazu besuchte er die Streetscooter GmbH als Beispiel für eine Aachener Erfolgsgeschichte. Gegründet als Start-up unter anderem von RWTH-Professor Achim Kampker gehört das Unternehmen seit 2014 zur Deutschen Post und ist zum führenden Hersteller rein elektrischer Nutzfahrzeuge in Europa herangewachsen.

Anders als den großen Automobilherstellern war es den Aachener Konstrukteuren möglich, den Entwicklungszyklus kurz zu halten und aus dem Innovationspotenzial der universitären Forschung zu schöpfen. Herausgekommen ist ein leichtes, robustes Nutzfahrzeug, von dem bereits 3000 Stück auf europäischen Straßen unterwegs sind. Der Verkauf der Fahrzeuge an andere Firmen wurde vor einigen Monaten offiziell angekündigt.

Überrascht zeigte sich der Minister beim Blick unter die Motorhaube. „Ich hätte gar nicht erwartet, dass man doch noch so viel braucht“, sagte er erstaunt. Öffnen lässt sich der Motorraum des Streetscooters jedoch nicht mehr händisch. Das sei auch nicht nötig, erklärte Achim Kampker. Man müsse schließlich keinen Ölstand mehr überprüfen.

Für Kampker ist der Besuch des Ministers ein mutmachendes Signal. „Die politische Unterstützung unseres Vorhabens ist sehr wichtig“, sagte er. „So können wir zeigen, was wir können und was wir in kürzester Zeit geschafft haben.“ Eine solche Wertschätzung zeige, dass sich der Mut, ein unternehmerisches Wagnis einzugehen, gelohnt habe.

Auch ist es ihm wichtig, Ängste, Sorgen und Vorurteile gegenüber der Elektromobilität auszuräumen. „Die Autos sind genauso sicher, komfortabel und robust wie solche mit konventionellen Motoren“, sagte er, „aber dazu noch leiser, leichter und schadstoffärmer.“

Entscheidend dafür, dass sich das Elektroauto auch flächendeckend etablieren lässt, sind jedoch der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Senkung der Anschaffungskosten und die Erhöhung der Reichweite. Zumindest um die ersten beiden Faktoren will der Minister sich so schnell wie möglich kümmern. „Ich bin sehr interessiert daran, dass wir da weiterkommen“, sagte Andreas Pinkwart. Man brauche dringend ein gutes Konzept. „Unser Ziel muss es sein, für mehr Wachstumsdynamik zu sorgen – in vielen Branchen.“

Kampker und Pinkwart waren sich einig, dass langfristig die Batteriezellproduktion, die aktuell fast ausschließlich in China stattfindet, in Europa etabliert werden soll. „Die Aachener Region würde sich dafür sehr gut eignen“, betont Kampker. „Hier gibt es genug Nachwuchs, exzellente Batterieforschung an der Hochschule, und auch die Grenznähe hat viele Vorteile.“

Kampker gab sich sicher, dass es nicht mehr lange dauere, bis das Elektroauto seinen Siegeszug antritt. „Die Technologie ist einfach besser und effizienter als die der herkömmlichen Verbrennungsmotoren“, sagte er. Es bedürfe nun allerdings eines guten Förderkonzepts, um die Nachfrage zu steigern und so die Produktionskosten zu senken.

Dafür will er sich einsetzen, versprach der Minister zum Abschluss. „Ich freue mich zu sehen, wie viel Mut und Innovationslust in dieser Region stecken“, sagte Pinkwart. „Erfolg ist, wenn Glück auf Vorbereitung trifft. Für die Vorbereitung sind wir vom Land zuständig.“

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