Aachen - Philips schließt Halogenbrenner-Werk Ende August

Philips schließt Halogenbrenner-Werk Ende August

Von: Christina Merkelbach
Letzte Aktualisierung:
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Im Vergleich mit LED-Lampen (rechts) hat die Halogenlampe (links) bei der Energieeffizienz das Nachsehen. Foto: Imago

Aachen. Philips Lighting schließt Ende August sein Aachener Werk zur Produktion von Halogenbrennern. Nach Angaben des Unternehmens gehen damit etwa 158 Arbeitsplätze verloren. In einer Mitteilung begründet Philips Lighting die Schließung seiner letzten Halogenbrenner-Produktion in Deutschland zum einen mit der rückläufigen Nachfrage nach konventioneller Beleuchtung.

Zum anderen handele es sich um eine Reaktion auf das entsprechende EU-Gesetz, das sogenannte Glühlampenverbot. Demnach dürfen in der EU ab 1. September dieses Jahres nur noch Halogenlampen verkauft werden, die mindestens die Energieklasse C besitzen. Ursprünglich sollte das Verbot schon ab September 2016 gelten, doch auf Druck von Industrie und Gewerkschaften hatte Brüssel die Frist um zwei Jahre verlängert.

Die Lichtindustrie erlebe einen tiefgreifenden Wandel, in deren Mittelpunkt die LED-Technik stehe, sagte Unternehmenssprecher Bernd Glaser gestern unserer Zeitung. Das Aus für die Aachener Produktion komme also nicht überraschend. „Dass das Werk schließen wird, zeichnete sich bereits seit längerem ab.“ Auf dem Firmengelände in Rothe Erde bleibe von Philips Lighting noch Philips Citytouch mit Systementwicklung, Produktmanagement und Marketing. Dabei handelt es sich um ein Telemanagement-System zur Vernetzung, Steuerung und Fernüberwachung von Straßen- und Stadtbeleuchtung. Eine Mitarbeiterzahl nannte Glaser nicht.

Derzeit sei man mit vier Firmen in Aachen im Gespräch, um ihnen einen Teil der Mitarbeiter des Werks zu vermitteln. Die Namen der Unternehmen wollte Glaser nicht nennen. „Das ist eine sensible Angelegenheit, und es gibt noch viel zu besprechen. Ich bin mir aber sicher, dass die Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden.“

Gespräche mit möglichen neuen Arbeitgebern

Achim Schyns, erster Bevollmächtigter der IG Metall Aachen, bestätigte auf Nachfrage, dass Gespräche mit möglichen neuen Arbeitgebern im Gange seien. Die Gewerkschaft habe diese gemeinsam mit den Vereinigten Unternehmerverbänden Aachen auf den Weg gebracht. Er sehe wachsende Unternehmen wie die beiden Elektroautomobil-Hersteller Streetscooter und e.Go, aber auch viele Zulieferer dieser Branche mit in der Verantwortung, Mitarbeitern des Werks Angebote zu machen. „Andernfalls dürfen sie sich hinterher nicht beschweren, dass ihnen Fachkräfte fehlen.“

Die Aachener Beschäftigten seien schon länger über die Schließung informiert gewesen. „Der europäische Markt für Beleuchtungsmittel mit niedriger Energieeffizienz bricht weg. Nur noch für den US-Markt zu produzieren und damit darauf zu setzen, dass die USA nicht auch irgendwann mit einem Verbot nachziehen, wäre zu riskant.“ Einige Mitarbeiter aus Aachen hätten bereits bei anderen Unternehmen im Technologiepark Rothe Erde eine neue Stelle gefunden – darunter seien ehemalige Philips-Betriebe.

Bei der Werksschließung in Aachen handelt es sich um den zweiten Einschnitt, den Philips Lighting in dieser Woche ankündigt. Auch in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung auf dem High Tech Campus in Eindhoven verschwinden 118 von etwa 350 Arbeitsplätzen. Dorthin war die Abteilung 2009 aus Aachen verlegt worden.

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