„Perspektive 50plus“ zieht erfolgreiche Zwischenbilanz

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Michael Mahr zum Beispiel: Der Aachener beschäftigt 165 Mitarbeiter in seinem Unternehmen für Wärme-, Klima- und Lüftungstechnik. Über 18 Prozent der Mitarbeiter haben das 60. Lebensjahr bereits überschritten – ein ungewöhnlich hoher Anteil. Alle-samt „bringen sie gute Ergebnisse“, lobt Mahr – mit gebündeltem Wissen, Lebenserfahrung und Sozialkompetenz.

Damit ist Mahr geradezu prädestiniert, als „Botschafter“ des Beschäftigungspakts „Perspektive 50plus“ bei seinen Kollegen aus der Wirtschaft kräftig die Werbetrommel zu rühren, damit möglichst viele andere Betriebe ihm nacheifern. Nur zu gern ging Marlies Kolley-Mohnen von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen auf Mahrs Angebot ein, dafür offensiv zu werben. Denn Mahr ist auch Vorsitzender der Vereinigten Unternehmerverbände (VUV) Aachen.

Denn ein Problem drückt die Betriebe derzeit besonders: der zunehmende Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeitern angesichts des demografischen Wandels, was zu spürbaren Umsatzverlusten führen könnte. Deswegen ist das Reservoir an Männern und Frauen, die in der letzten Phase ihres Arbeitslebens stehen oder bereits ihre Beschäftigung verloren haben, sehr dienlich, die Lücken im Personalbereich zu stopfen.

Aachen war mit dem Programm „Perspektive 50plus“, das vom Bundesarbeitsministerium aufgelegt worden war, 2006 Vorreiter. Düren schloss sich 2008 an, im Jahr darauf folgten Heinsberg, Euskirchen und Duisburg. Nun wurde Zwischenbilanz gezogen, und Dieter Begaß (Stadt Aachen), Stefan Graaf und Doris Bastian (Jobcenter Städteregion), Bernhard Stier (Düren), Helmut Nobis (Heinsberg), Josef Weingarten (Euskirchen) und Oliever Vrabec (Duisburg) zeigten sich zufrieden, dass die Finanzierung des Programms nun bis Ende 2015 gesichert sei.

Begaß betonte, dass die Unternehmen angesichts der einschneidenden Konsequenzen des demografischen Wandels auf ältere Mitarbeiter „nicht verzichten können“. Stefan Graaf zeigte sich zufrieden, dass „der Jugendwahn“ in den Betrieben abgeebbt sei und die Arbeitgeber die „Generation Silber“ zunehmend schätzten.

Dennoch wurden in der Region Aachen/Düren/Heinsberg im Mai noch 8563 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre gezählt, die auf eine neue berufliche Chance hoffen: „Sie haben es verdient“, betonte Graaf. Vermittelt wurden über die Perspektive in der Region bislang 4881 Personen.

Wie Bernhard Stier ergänzte, könnten sich die Jobcenter dank günstiger personeller Ausstattung intensiver um die ältere Klientel ohne Job kümmern, damit sie angesichts ihrer psychologisch starken Belastung nicht „die Schultern hängen lassen“. Denn sie seien „auch mit 50, 55 oder 60 Jahren nicht zu alt für Rock‘n‘Roll“. Auf „alte Hasen statt junges Gemüse“ zu setzen habe weitere Vorteile, hieß es: Sie seien „sehr beständig“ und wollten nicht so schnell wieder wechseln – wobei die ausgewogene Mischung aller Altersklassen in einer Firma wichtig sei.

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