Neuer Schub für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Von: Berthold Strauch
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Hat klare Vorstellungen für die Zukunft im IHK-Bezirk: Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

Zülpich. In der Stadt der aktuellen Landesgartenschau sorgte die Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK) am Donnerstag für eine farbenfrohe Präsentation der besonderen Art: In Zülpich segnete das „Parlament der Kaufleute“, die Vollversammlung, ein buntes, vielfältiges „Legislaturprogramm“ ab.

Bis zum Jahre 2018 zeigt dieser Handlungsrahmen auf, welche Eckpfeiler die Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft in diesen vier Jahren setzen will. Und dabei haben auch Unternehmer direkt mitgewirkt, um ihre Wünsche und Vorstellungen in das knapp 30 Seiten umfassende Papier einzubringen. Vorgestellt wurde es von IHK-Präsident Bert Wirtz und dem Hauptgeschäftsführer der Kammer, Michael F. Bayer.

Standortpolitik, Innovationen, Bildung und Fachkräfte, „International und euregional“ sowie Existenzgründung lauten die Schwerpunkte, die konkrete Forderungen auflisten. Dabei steht Altbekanntes, aber eben noch immer nicht Abgearbeitetes wie der Lückenschluss der Autobahn 1 in der Eifel und das dritte Gleis auf der Bahnstrecke Aachen–Köln neben einer deutlichen Akzentverschiebung gegenüber früherer Wertigkeit in dem Wunschkatalog.

Gerade in dem Punkt der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mache sich, so Wirtz, eine stärkere Notwendigkeit als bislang deutlich, dem Fachkräftemangel in den Betrieben wirksamer entgegentreten zu können. Geschäftsführer Bayer klagte, dass oftmals hohe bürokratische Hürden der Einrichtung von Kindertagesstätten mitten in Industriegebieten, getragen von mehreren Firmen, im Wege stünden. Er bot an, dass die IHK helfen könne.

Einen neuen Akzent brachte Bayer zudem mit Blick auf die rund 10 000 Neugründungen jährlich in der Region ins Spiel: Die Kammer wolle eine elektronische Gewerbeanmeldung vorantreiben und plane dazu, gemeinsam mit Modellkommunen die Digitalisierung dieser Dienstleistung auf die Beine zu stellen.

Wirtz regte die Gründung eines „Kompetenzzentrums Bau“ im IHK-Bezirk an. Eine Vernetzung der einzelnen Akteure von den Hochschulen bis zu den ausführenden Firmen, um sich „gegenseitig zu befruchten“, könne neue Schlagkraft formen – und den Betrieben dank besserer Wahrnehmbarkeit helfen, gesuchte Fachleute zu gewinnen. „Aachen ist nicht nur Maschinenbau und Automotiv. Bauen nimmt man aber bisher nicht mit Aachen wahr“, so Wirtz.

„Wir haben es selbst in der Hand, die Standortbedingungen zu verbessern“, fügte der Präsident an. Und damit die Vorstellungen der Unternehmen bei den verantwortlichen Stellen besser Gehör finden, soll das Legislaturprogramm der IHK nächsten Monat bei einem parlamentarischen Abend in Berlin den regionalen Bundestagsabgeordneten nahegebracht werden. In der Hauptstadt wurde jüngst auch die Chance genutzt, Forderungen zur Energiewende in die Spitze des Wirtschaftsministeriums zu tragen.

Zudem soll der Blick über die nahen Grenzen schweifen, um in der Euregio neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln und den Austausch von Waren und Dienstleistungen zu steigern.

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