Aachen/Düren - „Netzwerke bilden und Projekte anstoßen”

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„Netzwerke bilden und Projekte anstoßen”

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Aachen/Düren. Rückwirkend zum Jahresbeginn haben sich die beiden Einzelhandels- und Dienstleistungsverbände (EHDV) Aachen-Düren und Köln zusammengeschlossen. Damit entsteht im Westen des Regierungsbezirks Köln ein Interessenverband, der auch politisch einiges in die Waagschale wirft.

Denn im Kölner Stadtgebiet gibt es 7558 Einzelhandelsunternehmen, die mit rund 38000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2008 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro erwirtschafteten - davon 1,8 Milliarden Euro in der Kölner City. Der Kölner EHDV hat rund 1100 Mitglieder.

Der EHDV Aachen-Düren ist mit 1280 Mitgliedsunternehmen etwas größer. In der Region kam der Verband 2008 auf einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro - davon entfielen 1,6 Milliarden Euro auf die Stadt Aachen, 1,2 Milliarden auf den Kreis Aachen, 1,09 Milliarden auf Düren und 0,9 Milliarden Euro auf Heinsberg.

In beiden Regionen ist der so genannte Zentralisitätsindex, also die Zahl der Pendler, die zum Einkauf in die jeweilige Stadt kommen, recht hoch: In Köln liegt er bei 120,3 und in Aachen - vor allem wegen der Besucher aus Belgien und den Niederlanden - bei 126. Wegen der vergleichbaren Größe beider Verbände spricht der erste gewählte Vorsitzende der fusionierten Verbände, der Dürener Kaufmann Jörg Hamel (47), im Gsepräch mit unserem Redakteur Ulrich Kölsch auch von einem „Zusammenschluss auf Augenhöhe”.

Was versprechen Sie sich von dem neuen Verband mit rund 2400 Mitgliedern?

Hamel: Von der Fusion erwarte ich, dass wir unsere Mitglieder noch zielgenauer betreuen kön-nen. Durch die juristische und wirtschaftliche Spezialisierung unserer Mitarbeiter soll auch das Serviceangebot erweitert werden. Auch werden die Mitglieder in die Lage versetzt, zwischen Köln und Aachen untereinander Netzwerke zu bilden, um gemeinsame Projekte anzustoßen. Entscheidend ist aber auch die Stärkung der politischen Schlagkraft. Durch die neue Größe des Verbandes erhalten wir auch in Diskussionen mit den Kommunen vor Ort, der Bezirksregierung und auch in Düsseldorf ein anderes Gewicht.

Warum haben Sie sich eigentlich nach Köln und nicht nach Düsseldorf orientiert?

Hamel: Der Düsseldorfer Verband ist schon sehr groß und erstreckt sich bis zum Niederrhein, wäh-rend der Kölner Verband eine mit uns vergleichbare Größe hat. Hier konnte ein Zusammenschluss auf Augenhöhe erfolgen. Wir hoffen, dass auch der Erftkreis noch bei-treten wird.

Sind die Interessen eines großen Modehauses in der Kölner Innenstadt nicht sehr verschieden von denen eines Geschäfts im ländlichen Raum zwischen Düren und Jülich?

Hamel: Da gibt es sicherlich große Unterschiede. Vergleichbar ist aber die Interessenlage großer Modehäuser in der Kölner oder der Aachener Innenstadt. Unterschiede hat es bisher auf den jeweiligen Verbandsebenen schon immer gegeben, etwa zwischen Aachen und ländlichen Zonen wie Jülich, oder der Kölner Innenstadt und Außen-bezirken wie Nippes oder Chorweiler.

Besteht eigentlich Zwangsmitgliedschaft bei Ihnen so wie beiden Wirtschaftskammern?

Hamel: Nein, jeder kann Mitglied werden. Deswegen müssen wir auch Leistung bringen, damit die Mitglieder in unserem Angebot ei-nen Mehrwert für sich erkennen können.

Bleiben alte Strukturen wie Geschäftsstellen erhalten, oder wird alles zentralisiert?

Hamel: Nein, die Geschäftsstellen in Aachen, Köln und Düren bleiben erhalten, weil wir uns nicht aus der Fläche zurückziehen wollen. Der juristische Sitz des Verbandes ist Köln.
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