Nacht der Unternehmen startet in die achte Runde

Von: Jessica Küppers
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Aachen. Eine große Lücke tut sich in diesem Jahr auf. Vor allem in technischen Berufen gibt es viel zu wenig gut ausgebildete Fachkräfte. Das sagt Sabrina Hauck, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen für Fachkräftesicherung zuständig ist.

„In diesem Jahr sind es rund 8,6 Prozent“, beziffert die Expertin das Ausmaß des Mangels – und die Zahl nehme stetig zu. In der Praxis macht sich das so bemerkbar: Von etwa 7500 Absolventen verlassen jedes Jahr rund 1100 junge Fachkräfte durchschnittlich mit 26 Jahren die Region, um bei großen Firmen vorwiegend in Süddeutschland zu arbeiten. Dort winken den Bewerbern Aufstiegschancen und Möglichkeiten, im Ausland zu arbeiten.

Dass die Auslandserfahrung auch direkt vor der Haustüre möglich ist, lassen viele Absolventen der RWTH und der FH Aachen bislang außer Acht.

Das soll sich mit der achten Auflage der Nacht der Unternehmen ändern. Carsten Scheele von der veranstaltenden TEMA Technologie Marketing AG möchte in diesem Jahr noch stärker die niederländischen und belgischen Nachbarn einbeziehen – Unternehmen und Studenten. Ein paar Unternehmen haben sich bereits angekündigt. Weitere sollen folgen.

Es ist ein Modell, das schon in Städten wie Ulm, Osnabrück und Münster Nachahmer gefunden hat. Das Konzept der Nacht der Unternehmen ist einfach: Die Bewerber fahren mit Bussen zu den Unternehmen und können dort mit den potenziellen Chefs und Mitarbeitern ins Gespräch kommen.

Dass das funktionieren kann, zeigen Beispiele ehemaliger Teilnehmer wie Tobias Banaszak. Der Informatiker hat auf diese Weise seinen jetzigen Arbeitgeber – eine Softwarefirma – gefunden. „Da hatte ich schon zwei Bewerbungen vorbereitet und mir Firmen herausgesucht“, sagt er. Eine Woche später hatte er ein Bewerbungsgespräch, drei Wochen später den Vertrag in der Tasche.

Bewerbern rät er, nicht mehr als zwei bis drei Firmen anzusteuern. „Wenn man es ernst meint, sollte man sich auf die Wichtigen konzentrieren“, sagt er. Die Vorbereitung sei das A und O. In Aachen zu bleiben, war für ihn klar. „Das hatte allerdings eher private Gründe“, sagt der Informatiker, „weil es hier doch sehr schön ist“.

Dass Aachen nicht nur schön, sondern auch vielseitig ist, stellt Fachkräfte-Expertin Sabrina Hauck oft fest. „Hier gibt es viele mittelständische Unternehmen, in denen man viel gestalten, mitbestimmen und entwickeln kann.“ Das sind Chancen, die viele große Unternehmen nicht jedem Bewerber bieten können und den Standort Aachen umso attraktiver machen.

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