Nachfrage nach Gewerbeflächen ist kräftig eingebrochen

Von: Berthold Strauch
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Euskirchen/Aachen. Als Spiegelbild der nicht unproblematischen wirtschaftlichen Verhältnisse stellte die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) im Euskirchener Kreishaus ihren „Gewerbeflächen-Monitoring-Bericht“ für 2012 vor.

Demnach sank als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise die Zahl der verkauften Grundstücke zur Neuansiedlung oder Erweiterung von Betrieben in den 46 Kommunen zwischen Heinsberg und der Eifel, Aachen und Düren um immerhin ein Viertel gegenüber dem Jahr davor, berichteten Agit-Geschäftsführer Helmut Greif und Euskirchens Landrat Günter Rosenke am Dienstag.

Gerade mal 78 Teilareale in den insgesamt 243 beobachteten Gewerbegebieten wurden 2012 verkauft, wobei die gesamte vermarktete Fläche sogar um ein Drittel schrumpfte. Besonders anziehend war Gelände in Autobahnnähe.

Auf große Investoren insbesondere aus dem Ausland zu warten, das haben die Verantwortlichen längst aufgegeben. Nennenswerte Aktivitäten entwickelten sich zum weit überwiegenden Teil aus der Region selbst, machten die Agit-Mitarbeiter Ralf P. Meyer und Roman Allekotte in detaillierten Präsentationen deutlich.

Angesichts der schleppenden Nachfrage ist die Verfügbarkeit von Flächenreserven, auch zur sofortigen Bebauung, meist üppig, wobei die Vorräte in Aachen (62 Hektar sofort frei) und dem Kreis Düren (65 Hektar) am niedrigsten sind. Wer in Selfkant, Geilenkirchen, Linnich, Nörvenich, Heimbach und Kreuzau in den Rathäusern vorspricht, um sich anzusiedeln oder zu expandieren, geht allerdings mit leeren Händen: Sofort vermarktbare Flächen gebe es dort nicht, hieß es.

Zu den zehn „Top-Standorten“ zählt auch das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Avantis zwischen Aachen und Heerlen mit letztes Jahr allein 32,3 Hektar verfügbarer Fläche. Diese Größenordnung hat sich inzwischen bekanntlich reduziert, wie Agit-Chef Greif auf Nachfrage erinnerte: In diesem Frühjahr konnten endlich wieder Ansiedlungsverträge in nennenswerter Größenordnung mit einem Logistikunternehmen unter Dach und Fach gebracht werden.

Diese Akquisition, so Greif weiter, werde wohl mit dafür sorgen, dass 2013 „ein gutes Jahr“ zu werden verspreche, ist er zuversichtlich. Wie er weiter bekundete, könne die Agit sozusagen „in Echtzeit“ praktisch auf Knopfdruck feststellen, wie der Stand der Gewerbeflächenauslastung in der gesamten Region sei. Avantis sorgte übrigens auch für ein Absinken der durchschnittlich erzielten Verkaufspreise, die – bezogen auf die gesamte Region – inzwischen bei 42 Euro pro Quadratmeter liegen.

2003 war die Agit mit diesem vom Land finanziell geförderten Projekt übrigens Vorreiter in ganz Deutschland. An diesem zehnjährigen Erfolgsmodell möchte sich nun auch die Region Stuttgart orientieren. Überdies gibt es mittlerweile einen euregionalen Ansatz, gleichfalls Flächenangebote in den Niederlanden und Belgien in das Internetportal einzubeziehen. Die Webadresse dieser Europa-Premiere lautet: www.the-locator.eu.

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