Mittels Digitalisierung die Energiewende gestalten

Von: Kö
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Garzweiler
Das Rheinische Braunkohlenrevier könnte zum Pilotprojekt für die Umgestaltung des Strommarktes werden. Foto: dpa

Eschweiler. Die Energiewende nimmt immer konkretere Formen an. Spätestens 2022 dürften die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen. Aber auch den fossilen Energieerzeugern soll es an den Kragen gehen.

Von den bundesweit 24 Anlagen im Braunkohlenbereich werden nach den Plänen der Bundesnetzagentur in zehn Jahren nur noch fünf verbleiben. Das sehen die betroffenen Beschäftigten und auch der Energieriese RWE freilich anders. Fest steht allerdings, dass die Umsetzung der Energiewende im Rheinischen Braunkohlenrevier zwischen Köln und Aachen gravierende Folgen haben wird.

Mit den Zukunftsperspektiven hat sich eine Studie befasst, die am Mittwoch in Eschweiler vorgestellt wurde. Im Auftrag der „Innovationsregion Rheinisches Revier“ (IRR) kommen die Gutachter der Kölner SME Management GmbH zu dem diesem Ergebnis: Die Verlagerung von den sogenannten Grundlastkraftwerken zu Flächenkraftwerken beinhaltet auch die Verantwortung für die Versorgungssicherheit auf die regionale Verteilnetzebene.

„Es gilt, ein regionales Energiemanagement aufzubauen. Also ein aktives Netz-, Einspeise- und Lastenmanagement innerhalb einer definierten Region. Da sehen wir für die IRR beste Voraussetzungen und vor allem auch Chancen auf neue Wertschöpfung“, folgerte IRR-Geschäftsführer Joachim Diehl. IRR wird getragen von den Wirtschaftskammern der Region mit dem Ziel, den Strukturwandel zu fördern.

SME-Gutachter Kurt Vetten wies darauf hin, dass in der Energieregion IRR neben den großen konventionellen Kraftwerken über 28.000 Solar-, rund 400 Windkraft-, knapp 200 Biogas- und 30 Wasserkraftanlagen dazu mehrere hundert Blockheizkraftwerke bestehen. Nach dem heutigen Stand leisten die erneuerbaren Energieanlagen im IRR-Bereich für den Industrie- und Gewerbesektor jedoch nur einen Erzeugungsbeitrag von acht Prozent.

Das macht deutlich, dass es noch ein weiter Weg ist, bis man den Energiebedarf überwiegend aus den regional installierten erneuerbaren Energieanlagen und Speichersystemen decken kann.

In der Studie werden eine Fülle von Vorschlägen gemacht. So etwa für den Ausbau und die Leistungssteigerung der dezentralen erneuerbaren Energieanlagen und der Verteilnetze, die Integration neuer Technologien und Systemdienstleistungen in die regionalen Netze einschließlich des Lastmanagements, die Vernetzung der Anlagen, die Optimierung der Energiebilanz, den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Etablierung regionaler Energiemanagementeinheiten unter Einbezug von Bürgern und Unternehmen.

Gutachter Vetten warnte angesichts der Energiewende vor einer „Bangemachen- Situation: „Es gibt eine Zukunftsperspektive. Man muss allerdings jetzt mit der Umstellung anfangen.“ Mit dem Konzept für ein regionale Energielösung liege man bundesweit zeitlich günstig, so dass die Region durchaus zu einem Pilotprojekt werden könne.

In einem ersten Schritt zur Realisierung eines „Regionalen Energiemanagements“ hat ein Konsortium unter Federführung der Regionetz GmbH in Eschweiler ein Projekt unter dem Titel „i.E.S.i.“ begonnen.

Es nimmt die Gedanken der Studie auf und will auf der Basis digitaler Technologien Netzstabilität und Versorgungssicherheit für die Zukunft gewährleisten.

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