Mit Vollgas über die internationale Datenautobahn

Von: jpm
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Aachen/Vaals. Wenn Stefan Fritz Datenfaserkabel meint, dann vergleicht er diese gerne mit Autobahnen. Ein Vergleich, der durchaus passt. Denn bei beiden Themen geht es vor allem um eins: um hohe Geschwindigkeit. Mal von Autos, mal von Daten.

Was Autobahnen betrifft, gibt es da nicht viel zu erklären. Mehr Neuigkeitswert bietet schon der Glasfaserring, den der Geschäftsführer von Synaix am Freitag in Vaals gemeinsam mit Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen sowie Rob Damoiseaux und Antoine Hannemann von den niederländischen Partnern Cofely GDF Suez beziehungsweise Isilinx vollendete - der Weg ist somit frei für den grenzüberschreitenden Rechenzentrenverbund EuregIX.

Der Glasfaserring funktioniert im Grunde nicht anders als ein Autobahnring. Per Glasfaser werden im konkreten Falle Rechenzentren in Eilendorf und Süsterfeld in Aachen sowie Kerkrade und eben Vaals miteinander verbunden. Und auch Maastricht ist angeschlossen. Abfahrten und Zubringer, um bei der Autobahnmetapher zu bleiben, ermöglichen an geeigneten Stellen den Datenaustausch bei zeitgemäßem Tempo.

Mehrere Millionen investiert

Geht es in der Euregio darum, die Landesgrenzen wieder ein Stück an Bedeutung verlieren zu lassen, ist die Politik selten weit. So waren von niederländischer Seite der Vaalser Bürgermeister Reg van Loo sowie der Limburger Gouverneur Theo Bovens beim Startschuss von EuregIX dabei, von deutscher Seite Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp.

In das Projekt wurde einiges an Energie und auch Geld investiert. Knapp eine Million Euro wurde laut Stefan Fritz allein in das Aufreißen der Straßen gesteckt, die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf ein Vielfaches davon. Der Rechenzentrenverbund EuregIX soll vor allen Dingen dazu beitragen, Umwege zu vermeiden. Denn während sämtliche Daten in Deutschland über das Drehkreuz Frankfurt am Main laufen, geschieht das gleiche auf niederländische Seite in Amsterdam.

Erst von Aachen nach Frankfurt, um von dort nach Amsterdam zu kommen und erst über einen weiteren Streckenabschnitt schließlich nach Maastricht? Kein Autofahrer würde sich das antun - warum also, so ließe sich die Ausgangsfrage des Projekts formulieren, sollte es bei Daten anders sein? Zumal der Umweg nicht nur dem Tempo wenig zuträglich ist, sondern für Unternehmen auch ins Geld gehen kann.

International operieren

Für den Datentransfer zwischen Deutschland und den Niederlanden nämlich hat man laut Fritz als Unternehmer bislang drei Anbieter bezahlen müssen: Je einen aus den beiden Ländern und außerdem einen dritten für das Überschreiten der Grenze. EuregIX erledigt ab sofort alles in einem Aufwasch. „Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze profitieren von der grenzüberschreitenden Infrastruktur”, ist NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider sicher. Das gelte natürlich gerade für international operierende Unternehmen. 60 bis 70 Prozent an Internetkosten, schätzt Fritz, lassen sich für Unternehmen durch EuregIX einsparen. Interessant werde das Angebot ab einer Unternehmensgröße von 100 bis 150 Mitarbeiter. Und auch für Wettbewerber, die das Netz mitnutzen möchten, sei man offen. Dass auch die privaten Kunden von NetAachen künftig noch schneller unterwegs sein sollen, versteht sich von selbst.

Zunächst ist EuregIX ein Projekt für Deutschland und die Niederlande. Belgien ist bislang nicht im Boot. Die Idee aber, das zu ändern, sei natürlich vorhanden, deutet Stefan Fritz an.
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