Mit guten Ideen und fundiertem Rat

Von: Berthold Strauch
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Neuer Chef der Vereinigten Unt
Neuer Chef der Vereinigten Unternehmerverbände Aachen: Ralf Bruns, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Foto: Berthold Strauch

Aachen. Wachwechsel an der Spitze der Vereinigten Unternehmerverbände (VUV) Aachen: Hans Mayer-Uellner ist nach zwölf Jahren als Hauptgeschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Aufgabe hat zum 1. Juli Ralf Bruns übernommen, ein „Eigengewächs” der VUV.

Denn der 44-jährige Fachanwalt für Arbeitsrecht ist bereits seit mehr als 14 Jahren in der juristischen Fachabteilung des Verbandes tätig. Im Februar dieses Jahres rückte er in die Geschäftsführung auf, nun ist Bruns ganz oben angekommen.

Damit trägt der gebürtige Gummersbacher, der in Köln Jura studiert hat und danach ein Jahr lang bei der Kreishandwerkschaft in Bergisch Gladbach tätig war, ehe er nach Aachen wechselte, Verantwortung für die Unternehmerverbände der Metall- und Elektroindustrie, der Chemischen Industrie, der Steine und Erden sowie des Unternehmerverbands indus-trieller und tariffreier Arbeitgeber.

Knapp 250 Unternehmen aus der Städteregion Aachen und dem Kreis Heinsberg mit etwa 40.000 Mitarbeitern gehören den VUV an. Darunter befinden sich in erster Linie die wirtschaftlich bedeutenden, großen Industrieadressen der Region. Warum eine Zugehörigkeit zu dem Verband wichtig ist, bringt der Aachener Unternehmer Michael Mahr, Vorsitzender des Vorstands der VUV, in einem Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt: „Hier können sie sich so viel Rat, gutes Know-how abholen, dass sie vor Ort besser arbeiten können.” Dafür biete das vor drei Jahren bezogene neue, offene Haus der VUV an der Aachener Theaterstraße, wo zuvor die Staatsanwaltschaft residierte, den idealen Rahmen als repräsentativer Treffpunkt, setzt Mahr insbesondere auf eine intensive Kommunikation innerhalb des Verbandes und seiner Mitglieder. „Hier können sie andere Unternehmer kennenlernen, sich mit ihnen austauschen über alles, was ihnen auf dem Herzen brennt”, fügt der Vorsitzende an und unterstreicht den großen Wert eines solchen Netzwerks, mit den VUV-Experten an der Seite.

Und deren Wert bringt Mahr auf eine markante Formel: „Sie stehen mir näher als der Hausarzt.” Insbesondere in arbeitsrechtlichen Fragestellungen setzt Mahr auf den guten, fundierten Rat des neuen Chefs Ralf Bruns, der auf diesem Gebiet mit seinen „guten Ideen” längst seine Klasse unter Beweis gestellt habe, zollt er ihm hohe Anerkennung und reichlich Vorschusslorbeeren.

Bei den aktuellen Themen, die Bruns bearbeitet, nennt er die Umsetzung des jüngst abgeschlossenen Tarifvertrags in der Metall- und in der Chemieindustrie in den angeschlossenen Betrieben. Hierbei habe es auch neue, zukunftsweisende Vereinbarungen gegeben, unterstreicht der neue Hauptgeschäftsführer insbesondere die Elemente, die dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenwirken sollen. Beispielhaft nennt er die Regelung, verstärkt auf die persönliche Lebensplanung der Mitarbeiter Rücksicht nehmen zu wollen, damit sie ihre Arbeit im Einklang mit ihrer Familie organisieren und entsprechend Auszeiten nehmen könnten, die später nachgearbeitet werden könnten. „Familie und Beruf müssen mehr miteinander harmonieren”, macht er deutlich. In einer solchen Regelung in der Chemiebranche sieht Bruns eine Vorbildfunktion für ganz Deutschland. Überdies sind die VUV in vielen regionalen Foren und Organisationseinheiten präsent, die gemeinsam aus dem demografischen Wandel Konsequenzen ziehen wollen und alle denkbaren „Talentpools” erschließen wollen, damit die Unternehmen auch künftig genügend Personal gewinnen können. Entsprechend engagiert sind die VUV überdies auch in den Schulen zwischen Aachen und Heinsberg, um jungen Leuten eine Karriere in den regionalen Unternehmen schmackhaft zu machen. Exemplarisch wird dabei auch auf das Engagement in Sachen „Mint-Fächer” verwiesen, Ausbildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, in denen allerorten über einen Mangel an genügend qualifizierten Bewerbern geklagt wird.

Die Meinung in der Mitgliederschaft über tagesaktuelle Problemstellungen fragen die VUV regelmäßig in ihrer „Montagsfrage” ab. Hier geht es beispielsweise um die Auswirkungen der Eurokrise auf die Unternehmen. Das jüngste Ergebnis habe deutlich gemacht, dass die meisten Betriebe noch relativ optimistisch gestimmt seien und ihre Stammbelegschaften trotz spürbarer Verunsicherung halten wollten - ein wichtiger Indikator für Krisenresistenz. Vorsitzender Michael Mahr: „Trotz drohender Schwerter gibt es noch ein relativ gutes Niveau.”

Dennoch braucht Ralf Bruns nicht über einen Mangel an Arbeit zu klagen. Der 44-Jährige, der mit seiner Frau in Aachen-Brand lebt, verbringt seine knappe Freizeit gerne mit Freunden beim gemeinsamen Badmintonspielen.

Bruns Vorgänger Hans Mayer-Uellner verabschiedet Vorsitzender Mahr mit herzlichen Worten. „In zahlreichen Gremien regional und bundesweit sowie in der Öffentlichkeit hat er vehement, immer souverän und niemals lautstark die Interessen der regionalen Arbeitgeber vertreten.” Dessen Hauptanliegen sei es gewesen, dem Aachener Unternehmerverband „ein modernes, zeitgemäßes Image zu geben”, etwa durch den Aufbau eines umfassenden Dienstleistungs- und Beratungsangebots für die VUV-Mitgliedsunternehmen.
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