Heerlen/Aachen - Micromeritics zieht ins deutsch-niederländische Avantis

Micromeritics zieht ins deutsch-niederländische Avantis

Von: Berthold Strauch
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Noch das „geordnete Chaos”: Etliche Umzugskisten mit Messgeräten sind bereits in Avantis angekommen. Micromeritics-Mitarbeiter Horst Reichert prüft, ob die Fracht unversehrt ist. Foto: Berthold Strauch

Heerlen/Aachen. Ein „Grenzgänger”, der die Vorzüge von Avantis zu schätzen und zu nutzen weiß: Das amerikanische Unternehmen Micromeritics bezieht in dem grenzüberschreitenden Gewerbegebiet seine neue Europazentrale.

Zwei freistehende Etagen nutzt Micromeritics in dem Gebäude der Elektrotechnikfirma Naebers. Der besondere Charme dieser Immobilie: Während ein Teil auf niederländischem Staatsgebiet und damit in Heerlen liegt, gehört der andere Teil zur Bundesrepublik und somit zur Stadt Aachen. Von der einen Büroflucht aus wird denn auch der Markt in den Benelux-Staaten beackert, während von dem Aachener Segment aus der für Micromeritics wichtigste europäische Markt Deutschland betreut werden soll.

„Für uns ist Avantis der ideale Standort”, unterstrich Ton Hustings, Manager von Micromeritics Deutschland/Benelux. Bislang war diese Niederlassung in Mönchengladbach ansässig, die aufgegeben wird. Die meisten der zwölf Mitarbeiter ziehen nach Avantis um.

Das Unternehmen produziert an seinem Stammsitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia Präzisionsmessgeräte. Er zählt weltweit rund 250 Mitarbeiter. Der größte Anteil der Geschäfte wird mit China abgewickelt. Micromeritics ist Weltmarktführer, wenn es darum geht, Partikel- und Porengrößen, Oberflächen und Materialdichten mit den von ihm hergestellten Messanlagen zu bestimmen.

Niederlassungsleiter Hustings verdeutlichte das Leistungsvolumen der Geräte, die von 10.000 bis 100.000 Euro zu Buche schlagen, an einem interessanten Beispiel: Ein einziges Gramm Aktivkohle besitze eine Gesamtoberfläche von rund 1000 Quadratmetern. Das Material absorbiere eine bestimmte Menge von Stickstoff-Gasmolekülen, deren Menge Rückschlüsse auf die Oberfläche des winzigen Kohlekorns ermögliche. Angesichts solcher Präzision wundert es nicht, dass bereits etliche Institute der Exzellenz-Universität RWTH und der Fachhochschule Aachen mit Anlagen von Micromeritics arbeiten.

Wer sich die teuren Anlagen (noch) nicht leisten kann, dem bietet Micromeritics einen besonderen Service: Von dessen Labor können die gewünschten Messungen von speziellen Proben übernommen werden.

Neue Marktsegmente erhoffen sich die Amerikaner von Anlagen zur Messung bei der Einlagerung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) in unterirdischen Salzstöcken. Und noch ein zukunftsfähiges Angebot: Messgeräte, die im Zusammenhang mit Batterietechnik für die Elektromobilität notwendig sind. Längst Alltag ist die Messung etwa der Bakteriendichte in Trinkwasser.

Der Weltumsatz von Micromeritics beträgt 50 Millionen Dollar. Die neue Avantis-Filiale strebt drei Millionen Dollar an.
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