Aachen - Michael Westkamp: Aachen bleibt er auch im Ruhestand verbunden

Michael Westkamp: Aachen bleibt er auch im Ruhestand verbunden

Von: Bernd Mathieu
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Aachen bleibt er auch im Ruhestand verbunden: Michael Westkamp, langjähriger Vorstandschef der AachenMünchener Versicherungen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. 13 Jahre war er Vorstandsvorsitzender der AachenMünchener Versicherungen, 37 Jahre hat er im Konzern gearbeitet. 1978 begann er hier nach seinem zweiten juristischen Staatsexamen als Vorstandsassistent. Er selber zählt sich zu der Spezies „Dinosaurier, die allmählich aussterben“.

Dabei ist er höchst lebendig, aktiv, kreativ, engagiert. In gut drei Monaten wird er 66 Jahre alt, und an diesem Donnerstag war sein letzter Arbeitstag in der Versicherungszentrale an der Aachener Borngasse: Michael Westkamp hat sich – so ist es seine Art – leise und ohne großes Brimborium verabschiedet. Der Bonner wird mit einem Teil seines Lebens in Aachen bleiben; denn seine Tochter wohnt hier, und schon bald wird Michael Westkamp Großvater. Dann, so stellt er sich das vor, wird er sein Enkelkind im Kinderwagen durch Aachen schieben, vielleicht auch am schönen Gebäude der AM und an seinem alten Arbeitsplatz vorbei.

Die Stadt und der Neubau

Ach ja, das Gebäude. Westkamp betont in dieser Woche bei unserem Gespräch noch einmal, wie sehr er mit der Architektur und der Effektivität des Neubaus zufrieden ist. „Wenn ich mir den Bau anschaue, denke ich: Der ist gut geworden und sieht auch gut aus.“ Die für Aachen nicht untypische Nörgelei einzelner über die schiefe Treppe – gewiss auch ein großer und gelungener architektonischer Wurf – hat ihn zuweilen geärgert, aber die Gewissheit, dass hier eben kein üblicher protziger Versicherungsbau die städtische Szene rund um Borngasse und Franzstraße belastet, überragt solche Stimmungen. Der 100-Millionen-Neubau ist eine architektonische Meisterleistung und damit eine Aufwertung für die Kaiserstadt, deren größter privater Arbeitgeber die AachenMünchener ist.

Selbstironisch und gleichsam selbstbewusst sagt Michael Westkamp: „Ich habe es auch in den 13 Jahren als Vorstandsvorsitzender nicht geschafft, die Bilanzen zu verhageln.“ Das Gegenteil ist natürlich der Fall: Unter seiner Ägide entwickelte sich die Versicherungsgruppe ständig weiter, und Westkamp setzte manchen Meilenstein. Im Geschäftsjahr 2014 nahm die AM-Gruppe erstmals mehr als sechs Milliarden Euro an Beiträgen ein. Die Marke von 6,277 Milliarden bedeutet einen Zuwachs von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und so lautete der Kernsatz seiner letzten Bilanz: „Wir haben uns in einem schwierigen Umfeld hervorragend behauptet und konnten unsere gute Marktposition sogar weiter ausbauen.“

Westkamp, der mit seinem Konzern als langjähriger Hauptsponsor persönlich viel für den Zweitligisten und danach auch Drittligisten Alemannia Aachen getan hat, der den Aachener CHIO unterstützte und der Mitglied im Karlspreis-Direktorium ist, drängt sich gesellschaftlich nicht in die erste Reihe. Das entspricht nicht seiner zurückhaltenden, manchmal beobachtenden, aber stets genau analysierenden Mentalität. Wenn man ihn auf bestimmte Projekte anspricht und um Hilfe bittet, ist er zuverlässig und nachhaltig dabei, vorausgesetzt, er ist von dem Konzept überzeugt. Und „dabei“ heißt: nicht nur als finanzieller Förderer, sondern als Persönlichkeit, die Präsenz zeigt.

Auch dank seines ganz persönlichen Engagements ist die Kinder- und Jugendstudie, die unser Hilfswerk „Menschen helfen Menschen e.V.“ in Auftrag geben konnte, zustande gekommen. Michael Westkamp nahm an allen Besprechungen, die immer an einem Samstagvormittag stattfanden, teil, und er wusste genau, auf welcher Seite der Forschungsstudie relevante Ergebnisse standen. Und so formulierte er Handlungsprioritäten, sagte konkrete Unterstützung zu und saß selbstverständlich bei der Präsentation der Studie mit am Podium. Das ist für einen Konzernmanager mit Milliarden-Umsätzen nicht selbstverständlich.

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