Mehr Firmenkunden: Sparkassen-Chef Herpers zieht Halbjahresbilanz

Von: Bernd Mathieu
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Geht im Dezember in den Ruhestand: Hubert Herpers. Foto: Archiv

Aachen. Wegen des niedrigen Zinsniveaus legen immer mehr Menschen ihr Geld kurzfristig an – in der Hoffnung auf steigende Zinsen. So haben sich bei der Sparkasse Aachen die Einlagen der privaten Kunden im ersten Halbjahr 2017 um 132 Millionen Euro auf mehr als 5,8 Milliarden Euro erhöht.

„Das Einlagenwachstum der ersten Jahreshälfte 2016 wurde damit deutlich übertroffen“, sagte Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, bei einem Pressegespräch. Er sprach sogar von „Superzuwächsen“. In den letzten Wochen habe man am Kapitalmarkt zwar einen leichten Zinsanstieg beobachten können, von einer Zinswende gehe er aber mit Blick auf die unverändert hohe Überliquidität auf dem Geld- und Kapitalmarkt noch nicht aus.

Einschließlich des Nettoabsatzes im Wertpapiergeschäft legten die Privatkunden der Sparkasse Aachen 161 Millionen Euro zusätzlich an. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 59 Prozent. Die Sparkasse denke nicht daran, von privaten Kunden Negativzinsen zu verlangen, sagte Herpers weiter. Zwar habe man in Einzelfällen bei Großeinlagen von institutionellen Kunden ein „Verwahrentgelt“ von 0,4 Prozent vereinbart, der „normale und treue Sparkassenkunde“ sei davon aber nicht betroffen. Für die Anlage von Geldern bei der Europäischen Zentralbank (EZB) muss die Sparkasse 0,4 Prozent Zinsen bezahlen.

Der Marktanteil der Sparkasse Aachen ist im Firmenkundengeschäft von 67 auf 72 Prozent gestiegen. Das sei eine „schöne Bestätigung und ist für uns ein Ritterschlag“. Der Marktanteil im Privatkundengeschäft liegt bei 57 Prozent. Die mittel- und langfristigen Darlehenszusagen wurden im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 801 Millionen Euro gesteigert. Das gesamte Kreditvolumen stieg im laufenden Geschäftsjahr auf 8,1 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals die Acht-Milliarden-Schwelle. Die Zusagen für Baufinanzierungen sind bis zur Jahresmitte um 10,5 Prozent gestiegen.

Wegen des rückläufigen Zinsüberschusses sinkt auch bei der Sparkasse die Rendite. Dazu gebe es keine Alternative, sagte Herpers. „Eine Gegensteuerung durch Provisionssteigerungen und Kostensenkungen ist nur in begrenztem Umfang möglich.“ Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist leicht gesunken – von 1966 zum Jahresende auf 1902 zur Jahresmitte. Im September beginnen 40 junge Leute ihre Ausbildung. Hubert Herpers: „Unverändert gilt: Die Sparkasse Aachen bildet aus, um die Auszubildenden anschließend in ein Angestelltenverhältnis zu übernehmen.“

Die Zahl der Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet regeln, wächst kontinuierlich. So nutzen fast 160.000 Kunden der Sparkasse Aachen Online-Banking, das sind 55 Prozent der Privatkunden. Mit der Ertragslage sei man zufrieden, sagte Herpers. „Trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen blickt die Sparkasse Aachen mit Zuversicht in die Zukunft.“ Die Auswirkungen der Niedrigzinsphase würden auch bei einer Zinswende noch einige Zeit die Ertragslage der Kreditinstitute beeinflussen. Die Sparkasse habe aber mit ihren hohen Marktanteilen eine hervorragende Ausgangsposition.

Hubert Herpers beendet im Dezember seine langjährige Tätigkeit bei der Sparkasse Aachen und geht mit dann 66 Jahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird sein jetziger Stellvertreter Norbert Laufs, neuer Stellvertreter Christian Burmester.

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