Marketingpreis: „Eat a Rainbow“ und Lothringair setzen sich durch

Von: André Schaefer
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In der Kategorie Marketing für den Standort Aachen hatten Andrea Nickisch und Benedict Offermanns mit Lothringair e.V. die Nase vorn. Foto: A. Steindl
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Zum dritten Mal in Folge hat der Marketing-Club Aachen den Marketingpreis im Eurogress verliehen. Foto: A. Steindl
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So sehen Sieger aus: Julia Gödeke, Saskia Schmitz und Svenja Meyer überzeugten die Jury mit ihrem Konzept für „Eat a Rainbow“. Foto: A. Steindl

Aachen. Das Rezept für den perfekten spannungsgeladenen Moment hatte sich Marcel Philipp vorab wohl nochmals mit aller Sorgfalt durchgelesen. Aachens Oberbürgermeister öffnete langsam den Umschlag, blickte für ein paar Sekunden schweigend auf die Karte, während die restlichen gut 300 Gäste im Aachener Eurogress gebannt Philipps Lippen fokussierten.

Neben ihm, auf der Bühne, standen zu diesem Zeitpunkt die drei Finalisten des Aachener Marketingpreises in der Kategorie Marketing für den Standort Aachen; allesamt lächelnd, allesamt abwartend. Wenige Sekunden später wurde zumindest bei Andrea Nickisch und Benedict Offermanns aus dem Lächeln ein breites Grinsen, ein Siegergrinsen sozusagen. In ihrer Kategorie räumten die beiden Macher von Lothringair e.V. den ersten Preis ab.

Alternatives Straßenfest

„Damit haben wir sicher nicht gerechnet“, sagte Nickisch. Das konnte die 35-Jährige auch nicht, als sie sich 2013 mit dem 28-jährigen Offermanns ein Konzept überlegt hatte für ein alternatives Straßenfest. Und zwar für die Aachener Lothringer Straße, wie der Name schon verrät. Tanz, Musik, Literatur, Design und Kunst waren die verschiedenen Komponenten ihrer Idee, die innerhalb von drei Jahren eine Kulturmeile im Zentrum Aachens hervorbrachten, die zuletzt im Juni dieses Jahres gut 8000 Besucher anlockte.

Stefanie Paluch, Professorin am Lehrstuhl für Dienstleistungs- und Technologiemarketing der RWTH Aachen, lobte als Jurymitglied vor allem das überzeugende „Word-of-Mouth-Prinzip“ der Lothringair-Macher. „Dieses Straßenfest wurde von der Gemeinschaft gelebt und von den Menschen ständig weiterempfohlen, was letztlich zu einem großen Erfolg führte“, sagte Paluch. „Allein der enorme Anstieg der Besucherzahlen zeigt, wie gut das Marketing bei dieser Idee funktioniert hat.“

Gutes Marketing war natürlich auch in diesem Jahr wieder das Stichwort, der Maßstab bei der Siegerauswahl aus insgesamt 22 eingereichten Ideen. Zum dritten Mal in Folge lud der Marketing-Club Aachen zur Preisverleihung, die von Amien Idries, Redakteur unserer Zeitung, moderiert wurde. „Sie ist der Jahreshöhepunkt für den Verein“, sagte Club-Präsident Günter Bleimann-Gather.

Aachen sei eine Wissenschaftsstadt. Aber oft fehle auf dem Weg zum Erfolg gutes Marketing. „Das ist ein Beweggrund, so einen Preis auszuschreiben“, sagte Bleimann-Gather, für den es die letzte Preisverleihung in der Funktion als Präsident war. „Wenn ich zurückschaue, dann stelle ich heute Abend fest, dass wir mit unserer inzwischen dritten Veranstaltung den Marketingpreis in der Region endgültig etabliert haben“, fügte er hinzu. „Diese Preisverleihung beflügelt den gesamten Club.“

Sichtlich beflügelt verließen am Ende des Abends auch Saskia Schmitz, Svenja Meyer und Julia Gödeke die Bühne – und zwar als Sieger in der Kategorie Marketing aus dem Kammerbezirk Aachen. Die drei jungen Frauen der Colourfood GmbH überzeugten die Jury mit einem Konzept für ihren „Eat a Rainbow Concept Store“ in Aachen. Bei „Eat a Rainbow“ handelt es sich um Essenzen, die ausschließlich aus Obst und Gemüse bestehen.

Das Lebensmittel wirbt mit seiner einhundertprozentigen Natürlichkeit. Unter dem Motto „Bunt ist gesund“ versucht das Unternehmen seit 2011, diese Essenzen auf den Markt zu bringen. Durch ihren Concept Store im Herzen der Stadt wird das Produkt direkt an den Mann gebracht. „Die Jury hat hierbei besonders der Aspekt überzeugt, dass der Konsum als Erlebnis kommuniziert wird“, sagte Paluch.

Die Marke lebt

Vor drei Jahren hat das Unternehmen zur Verbreitung ihres Produkts einen Online-Shop eingerichtet. Für Preisträgerin Saskia Schmitz sei der Erfolg damit allein jedoch nicht zu begründen: „Wir waren uns schnell einig, dass eine erfolgreiche Marke sowohl online als auch offline verfügbar sein muss“, sagte Schmitz. „Die Leute müssen das Produkt erleben.“

Dass zumindest „Eat a Rainbow“ als Marke lebt, dürfte spätestens seit diesem Abend feststehen. „Wir haben uns ja quasi gerade erst der Marketingwelt vorgestellt“, sagte Schmitz. „Dass das sofort solch ein Erfolg wird, gibt uns noch mehr Enthusiasmus für die Zukunft.“

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