Leoni plant Entlassungen an deutschen Standorten

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Nürnberg. Der Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni will wegen der anhaltenden Auftragsflaute Mitarbeiter in seinen deutschen Werken entlassen.

Der Personalabbau werde sich nach den derzeitigen Planungen im „mittleren einstelligen Prozentbereich” bewegen, sagte Unternehmenssprecher Sven Schmidt am Donnerstag.

Zugleich werde die Kurzarbeit auf nahezu alle Standorte ausgeweitet. Leoni beschäftigt in Deutschland rund 4200 Menschen.

Die Auftragseinbrüche beträfen nicht mehr nur die Automobilindustrie, sagte Schmidt. Auch die Nachfrage aus der Hausgeräteindustrie, bei Infrastrukturprojekten und in der gesamten Draht-Sparte sei rückläufig.

Gut ausgelastet seien dagegen noch Bereiche wie Medizintechnik, Datenübermittlung oder Bahntechnik.

Von betriebsbedingten Kündigungen sind nach Schmidts Worten zunächst die Werke Ettlingen (Baden-Württemberg) und Friesoythe (Niedersachsen) betroffen. In Ettlingen, wo für Kunden der Maschinenbauindustrie Leitungen und Kabelsätze hergestellt werden, müssen 18 der 130 Mitarbeiter gehen; in Friesoythe, wo Leoni mit 590 Beschäftigten Spezialkabel herstellt, stehe die Zahl noch nicht fest, sagte Schmidt. Darüber werde zurzeit verhandelt.

„Wenn die Situation so schlecht bleibt, wird das vermutlich nicht reichen”, sagte der Sprecher. Auch im Ausland werde man die Kapazitäten weiter reduzieren müssen. Die Beschäftigtenzahl an den internationalen Standorten, vor allem in Osteuropa, sei in den vergangenen Monaten bereits von 53.000 auf 47.000 verringert worden.

„Wir versuchen aber, die Mitarbeiter bei der Stange zu halten. Wenn die Lage besser wird, brauchen wir sie wieder” sagte Schmidt. Die Bordnetzsparte von Leoni als wichtiger Zulieferer der Automobilindustrie produziert ausschließlich im Ausland.

Schmidt hob zugleich hervor, dass Leoni - anders als der Schaeffler-Konzern in Herzogenaurach - keine Liquiditätsprobleme habe. Die Finanzierung stehe auf einem soliden Fundament und sei langfristig gesichert. Anfang Februar hatte Leoni einen drastischen Gewinneinbruch für 2008 gemeldet.
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