Lehrstellenmarkt in der Region: Angespannt, aber noch nicht bedrohlich

Von: Christina Merkelbach
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Eine Möglichkeit, sich zum Thema Ausbildung zu informieren: das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit. Die Kammern bieten im Internet Lehrstellenbörsen an. Foto: dpa

Aachen. Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind noch jede Menge Lehrstellen unbesetzt. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Jugendliche, die noch eine Stelle suchen. 146.000 freie Plätze zählt die Bundeseagentur für Arbeit derzeit deutschlandweit.

Dem gegenüber stehen 200.000 Bewerber, die bislang keinen Erfolg hatten. Insgesamt zeichne sich für diesen Herbst auf dem Lehrstellenmarkt eine etwas ungünstigere Entwicklung ab als in den beiden Vorjahren, heißt es bei der Agentur. Dort ist von erheblichen regionalen Problemen die Rede - auch in Nordrhein-Westfalen sei die Lage angespannt.

Für die Region scheint sich diese Tendenz zumindest auf der Seite derjenigen, die eine Stelle suchen, zu bestätigen: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Aachen-Düren waren Ende Juli noch 2327 Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Vorjahr waren es 1737 und damit 590 Personen weniger. „Auf dem Ausbildungsmarkt im Bezirk Aachen-Düren ist noch viel Bewegung“, sagt Agentur-Sprecherin Nicole Cuvelier. In den kommenden Wochen würden die Hochschulzulassungen verschickt. Viele Abiturienten würden abwarten, ob sie einen Studienplatz erhalten und danach entscheiden, welche Optionen sie nutzen wollen. „Es scheint, dass auch einige Arbeitgeber diesen letzten Schwung an Bewerbern abwarten, bevor sie ihre Ausbildungsplätze endgültig vergeben.“

Keinen großen Unterschied zum Vorjahr gibt es bei den unbesetzten Stellen in der Region, die der Agentur für Arbeit gemeldet sind. Ende Juli dieses Jahres waren es 1627, im Vorjahr 1559. „Arbeitgeber sollten auch den Jugendlichen eine Chance geben, die nicht zu 100 Prozent dem Profil entsprechen, um die Fachkräfte für morgen zu sichern“, sagt Jürgen Koch, derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Den Jugendlichen empfiehlt er, auch Alternativen zum Wunschberuf zu suchen, wenn es bis jetzt noch nicht mit einer Ausbildungsstelle geklappt habe.

Bei der Handwerkskammer (HWK) Aachen waren zum 1. August 409 offene Stellen gemeldet – 86 mehr als vor genau einem Jahr. Grund zur Panik sieht man dort deshalb aber nicht. „Die aktuell große Zahl von freien Lehrstellen im Handwerk in unserem Kammerbezirk dürfte nicht signifikant sein. Wir rechnen damit, dass viele Ausbildungsplätze zum Ende der Ferienzeit besetzt werden“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Peter Deckers. „Zudem beobachten wir vermehrt die Praxis, dass Betriebe dazu übergehen, die mit ihren Auszubildenden abgeschlossenen Verträge erst nach erfolgreich absolvierter Probezeit der Handwerkskammer zur Eintragung vorzulegen.“ Diese Ausbildungsverhältnisse tauchten so erst später in der Statistik der HWK auf. Nicht zuletzt seien die Anforderungen der Handwerksberufe in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Es sei nicht leichter geworden geeignete Bewerber zu finden.

Die Industrie- und Handelskammer Aachen verzeichnet derzeit noch 112 Ausbildungsplätze, die nicht besetzt sind. Mit lediglich fünf Stellen weniger ist die Zahl nahezu identisch mit der aus dem Vorjahr.

Links:

http://www.arbeitsagentur.de/nn_9298/Dienststellen/RD-NRW/Aachen/AA/A04-Vermittlung/Allgemein/BIZ.html

http://www.ihk-lehrstellenboerse.de/

http://www.hwk-aachen.de/service-im-ueberblick/lehrstellenboerse-lehrstellenatlas/lehrstellenboerse.html

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