Freizeittipps

Kooperation: RWTH und Siemens AG unterzeichnen Rahmenvertag

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
6858227.jpg
Der Blick geht nach vorne: Die Siemens AG und die RWTH Aachen haben einen Rahmenvertrag für die gemeinsame Forschung unterzeichnet. So etwas gab es in Aachen bislang noch nicht. Beide Seiten zeigen damit, dass sie weiter intensiv zusammenarbeiten wollen.

Aachen. Für die RWTH Aachen ist dieser Vertrag ein Meilenstein. Und für die Siemens AG die gewinnbringende Gewissheit, auch in Zukunft auf die Forscher aus Aachen vertrauen zu können. Die Hochschule und der Weltkonzern haben einen Rahmenvertrag zur Auftragsforderung unterzeichnet.

Es ist ein Vertrag, wie ihn die RWTH erstmals unterzeichnet. Er regelt sehr detailliert, wie in Zukunft gemeinsame Forschungsprojekte aufgestellt sind, wer sich wie einbringt, was mit Patenten passiert und vieles mehr. Er spart künftig die aufwändige und bisweilen zähe Verhandlung bei jedem einzelnen Projekt. Und er ist damit mehr als eine Absichtserklärung, gemeinsame Sachen zu machen. „Von beiden Seiten ist es absolut Absicht, noch stärker zusammen zu arbeiten“, erklärt Frank Sygor, Manager des Center of Knowledge Interchange (CKI) der RWTH Aachen.

Seit rund zehn Jahren gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Lehrstühlen der RWTH Aachen und der Siemens AG mit ihren Sparten. Die RWTH ist bereits eine von acht Hochschulkooperationen des Unternehmens – das CKI um Direktor Günther Schuh wurde in Zusammenarbeit von RWTH und Siemens aufgebaut. Die weiteren Kooperationspartner der Siemens AG sind die TU Berlin, die TU München, die TU Dänemark, die US-Universitäten Berkeley und Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie zwei chinesische Hochschulen.

Die RWTH ist damit Teil eines erlesenen Kreises. Im Januar 2012 wurde dabei erstmals ein sogenannter Siemens-Forschungsbereich aufgebaut. Im Blickfeld stand das Thema „Seltene Erden“, es geht in dem auf vier Jahre angelegten Projekt um die nachhaltige Gewinnung seltener Rohstoffe. Beteiligt sind vier Lehrstühle der RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich sowie Experten des Siemens-Sektors „Industry“. „Eine Kooperation diesen Umfangs und mit einem so anspruchsvollen Forschungsprogramm ist auch für die bei Industriekooperationen sehr gut aufgestellte RWTH Aachen eine Premiere“, hatte Rektor Ernst Schmachtenberg bei der Vertragsunterzeichnung formuliert.

Im April 2012 folgte der Siemens-Forschungsbereich „Sielectric Powertrain“. Die Kooperation zwischen der RWTH Aachen und dem Geschäftsfeld „Inside Electric Car“ zielt ebenfalls über vier Jahre auf die Erforschung von Modellen und Methoden zur nachhaltigen Optimierung des elektrischen Antriebsstrangs für Pkw ab. In beiden Fällen hat Siemens sechs Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Zwölf Millionen Euro werden auch an der RWTH, die aktuell rund 80 Millionen Euro Forschungsmittel aus der gewerblichen Wirtschaft zählt, nicht oft in zwei Forschungsbereiche investiert. Und: Siemens ist an weiteren Projekten beteiligt, ist auf dem Campus der RWTH präsent. „Die Zahl der Projekte mit Siemens wird stetig größer, aktuell sind es wohl rund zwei Dutzend“, erklärt CKI-Manager Sygor.

Der Rahmenvertrag – maßgeblich unterstützt von Hochschulratsmitglied Siegfried Russwurm –ist ab sofort gültig, eine Laufzeit wurde nicht festgelegt. So lange die Zusammenarbeit erfolgreich ist, gebe es keinen Grund, sie zu beenden. Für die RWTH soll es nicht die letzte Vereinbarung dieser Art bleiben. „Ziel muss es sein, auch mit anderen Unternehmen eine ähnliche Zusammenarbeit aufzubauen“, erklärt Sygor. Mit Bayer hat die RWTH seit zwei Jahren eine Kooperation – es gibt aber (noch) kein gemeinsames Vertragswerk.

Das Bekenntnis der RWTH zu seinen Forschungspartnern und das gleichzeitige Bekenntnis der Forschungspartner – hier Siemens – zur RWTH ist nicht nur ein Meilenstein, sondern auch ein deutliches Ausrufezeichen in einer aktuellen Diskussion: Die Aachener wehren sich wie andere NRW-Hochschulen samt Rektorenkonferenz gegen den Entwurf des neuen Hochschulgesetzes, der mehr Transparenz in der Drittmittelforschung vorschreibt. Dann müsste in jedem (Forschungs-)Fall der Geldgeber, das Auftragsvolumen und vor allem der Forschungsinhalt veröffentlicht werden. Die Hochschulen befürchten, Auftraggeber könnten deswegen NRW meiden. Da tut so ein Siemens-Bekenntnis natürlich gut.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert