Konsumlaune stützt Handwerk

Von: Berthold Strauch
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Es gibt viel zu tun: 91 Prozen
Es gibt viel zu tun: 91 Prozent der Beubetriebe in der Region registrieren derzeit gute oder wenigstens zufriedenstellende Geschäftsergebnisse. Foto: Stock/Gerhard Leber

Aachen. „Das Handwerk ist zur Höchstform aufgelaufen!” Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Aachener Handwerkskammer (HWK), stellte am Mittwoch mit seiner Stellvertreterin Nicole Tomys die regionale Konjunkturlage dieser Branche vor.

86 Prozent der fast 16.200 Betriebe in den Kreisen Düren, Heinsberg, Euskirchen und der Städteregion Aachen beurteilen ihre Geschäftsergebnisse im Sommerhalbjahr als gut oder befriedigend.

Zum dritten Mal in Folge liege dieser wichtige Stimmungsindikator bei einem Ausnahmewert von über 85 Prozent, bekräftigte Barkey vor der Presse. Zuletzt habe es solche positiven Zahlen während der Sonderkonjunktur nach der Wiedervereinigung vor rund 20 Jahren gegeben. Als entscheidend für die „hervorragende Stimmung” nannte er die Konsumlaune der Verbraucher. Die sei trotz aller Rezessionsängste bislang nicht eingebrochen. Zudem entfalte die generell erhöhte Binnennachfrage positive Wirkung und beflügele das Geschäft der meisten Betriebe.

An der Spitze sieht die Kammer die Bau- und Ausbaugewerke. 91 beziehungsweise 89 Prozent dieser Betriebsinhaber hätten in den vergangenen sechs Monaten gute oder zufriedenstellende Geschäftsergebnisse registriert. Über dem Durchschnitt lägen auch die Einschätzungen in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf - Elektromaschinenbauer, Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Kälteanlagenbauer - sowie bei Bäckern, Fleischern und Konditoren. Als ungünstiger wurde die Situation in den Gesundheitshandwerken geschildert: bei Optikern, Zahntechnikern, Hörgeräteakustikern und Orthopädiemechanikern. Zuletzt sei die Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Dienstleisten erneut gewachsen.

27 Prozent der Unternehmer hätten ein gestiegenes Auftragsvolumen genannt, 51 Prozent eine stabile Auftragslage. Die durchschnittliche Auslastung liege bei 86 Prozent - ein Wert, so Barkey, bei dem sich „auskömmlich wirtschaften lässt”. Drei Viertel der Inhaber sprechen von steigenden oder stabilen Umsätzen. 67 Prozent der Betriebe hielten ihre Preise stabil; jeder Vierte konnte Preissteigerungen durchsetzen, acht Prozent mussten Abschläge hinnehmen, um im Geschäft zu bleiben. 78 Prozent der Befragten investierten mehr oder gleich viel, besonders Kfz-Werkstätten und Handwerksbetriebe für den gewerblichen Bedarf.

Als positiv wurde die Beschäftigungslage gewertet. 18 Prozent der Betriebe vergrößerten ihr Team, 68 Prozent hielten die Belegschaft gleich. Immer stärker zu schaffen macht den Handwerkern der Fachkräftemangel, wo die Kammer mit vielfältigen Aktivitäten, gerade beim Nachwuchs, gegensteuert.

Barkey haderte angesichts der zunehmenden Unsicherheit angesichts der Euro-Schuldenkrise mit der Politik. „Wirtschaft ist auch ein Stück Psychologie. Man kann den Aufschwung auch herbeireden”, mahnte der Hauptgeschäftsführer zur Zurückhaltung. Nur 78 Prozent der Betriebsinhaber erwarten in naher Zukunft gute oder befriedigende Geschäftsergebnissse. Barkey warb für einen „klaren Schnitt, der kommt die Bürger weit günstiger als ein Fortgang der Insolvenzverschleppung”. Zudem forderte er von der Politik schnelle Klarheit in Sachen energetischer Sanierung von Gebäuden.
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