Kohlendioxid kann auch ein wertvoller Rohstoff sein

Von: tw/abt
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Abgefangen: Bis zu 90 Prozent CO2 kann aus dem Rauchgas „gewonnen“ werden. Hier in einer Pilotanlage des Kraftwerks Niederaußem. Foto: RWE

Aachen. Die Energiewende dauert bekanntlich, doch peu à peu treiben Forschungsprojekte den Umbau der Wirtschaft von einer erdöl- zu einer biobasierten Industrie voran. Diesen Prozess unterstützt die Bundesregierung unter anderem mit einer „Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie“. Bei zwei der drei jüngst ausgewählten strategischen Allianzen von Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen ist die Aachener Biologie und Biotechnologie (ABBt) dabei.

Beteiligt und mit insgesamt 2,5 Millionen Euro gefördert sind seitens der RWTH Prof. Ulrich Schwaneberg vom Institut für Biotechnologie, Prof. Lars Blank vom Institut für Angewandte Mikrobiologie sowie der Chemiker Prof. Alexander Böker vom DWI. Die Allianz „Zero Carbon Footprint“ verfolgt das Ziel, kohlenstoffreiche Abfälle wie Klärschlämme, Abwässer oder Rauchgas biotechnologisch so zu veredeln, dass sie wieder als werthaltige Rohstoffe in der Industrie eingesetzt werden können.

Zu den 21 Partnern gehört die RWE Power AG, die Stromerzeugungstochter des RWE-Konzerns. Für den Energieversorger bietet die Kooperation die Möglichkeit, gemeinsam beispielsweise mit der Zwingenberger Brain AG oder dem RWTH-Institut für Angewandte Mikrobiologie an der biotechnologischen Veredelung des klimaschädlichen CO2 zu forschen. „Als Verwerter von Kohlendioxid eignen sich bestimmte Mikroorganismen. Diese verändern wir durch das so genannte Metabolic Engineering, so dass sie das klimaschädliche Kohlendioxid in hochwertige Bausteine für vielfältige Materialien umbauen“, berichtet Lars Blank. Darunter befinden sich Bausteine für Grundchemikalien, die in der Industrie unter anderem zur Herstellung von Automobil- und Industrielacken, Klebstoffen sowie Körper- und Haarpflegeprodukten verwendet werden.

Die zweite Allianz – „Funktionalisierung von Polymeren“ – beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie synthetische Fasern in Sport- oder Outdoorbekleidung für ihre jeweilige Funktion optimiert werden können. „Durch bestimmte Proteine, die wir auf das Textilgewebe aufbringen, können Pigmente oder Kapseln an die Faser binden, die beispielsweise nach dem Nähvorgang expandieren und somit die Nähte permanent abdichten. Andere Pigmente sorgen im Waschvorgang dafür, dass die Textilien immer farbecht bleiben“, so Alexander Böker.

Auf diese Weise lassen sich Nähte von Kleidung und Schuhen ohne lösemittelhaltige Chemikalien wasserundurchlässig machen oder Textilien dauerhaft ausrüsten.

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