Klein, aber fein: Der MBA-Studiengang Entrepreneurship

Von: Ulrich Kölsch
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Prof. Johannes Gartzen, Mitinitiator des Studiengangs Entrepreneurship an der FH. Foto: o.H.

Aachen. In Krisenzeiten ist wirtschaftliches Fachwissen mehr denn je gefragt. Das zeigt sich auch beim Studiengang „Entrepreneurship” an der Fachhochschule Aachen. Die 2002 eingeführte Zusatzqualifikation mit dem Abschluss „Master of Business Administration” (MBA) hat einen ungeheuren Zustrom erfahren.

Während sich in den Vorjahren im Schnitt zwölf Studierende einschrieben, liegt die Anmeldezahl für den Studienbeginn im Winter schon jetzt weitaus höher. „Mit 20 bis 25 wäre unsere Kapazitätsgrenze erreicht”, stellt Johannes Gartzen fest. Der Professor im Bereich Maschinenbau der Fachhochschule Aachen ist zugleich Vorsitzender des MBA-Koordinierungsrates und Mitinitiator des Studiengangs Entrepreneurship an der FH.

Knapp 100 Fach- und Führungskräfte mit meist ingenieurwissenschaftlichem oder naturwissenschaftlichem Studienabschluss haben seit 2002 daran teilgenommen. Das Berufsspektrum reicht vom normalen Ingenieur über Physiker, Pharmazeuten bis zu Medizinern. Auch eine Lehrerin war unter den Studienteilnehmern, die einen neuen Karrierestart als Gründerin eines Fitness-Zentrum plante und sich dafür in dem dreisemestrigen Studiengang den letzten unternehmerischen Schliff holte.

Ursprünglich stand die Hilfe beim Sprung in die Selbstständigkeit bei der Konzeption der Zusatzqualifikation im Vordergrund. Das hat sich aber im Lauf der Jahre geändert. Jetzt rangiert die Vermittlung von Management-Qualifikationen vorn. Dazu gehören Bereiche wie Controlling oder Komplexitätsmanagement. Im dritten Semester muss eine praxisnahe Masterarbeit verfasst werden.

Kein Wunder, dass viele Firmen die Studiengebühren von 18000 Euro für die drei Semester ganz oder teilweise für ihre Mitarbeiter zahlen. Aber auch die Sparkassen der Region haben einen Sonderkredit-Topf eingerichtet auf den die Selbstzahler zurückgreifen können. Bummelstudenten soll es bei den künftigen Unternehmern nicht geben. „Wer nicht rechtzeitig mit dem Semester fertig wird, muss 1000 Euro zusätzlich zahlen”, berichtet Gartzen. Die Studiengebühr hält er im Vergleich zu ähnlichen MBA-Studiengängen im Ausland für recht bescheiden.

Für ihn unterscheidet sich der Aachener Studiengang, der übrigens ausschließlich in den Räumen der Sparkasse in Düren stattfindet, von ähnlichen Angeboten im In- und Ausland, durch die Praxisnähe, den regionalen Zuschnitt und die Ausrichtung auf den Mittelstand. 70 Prozent der Absolventen gehen in das Management von Unternehmen, 15 Prozent wollen eine Firma übernehmen und ebensoviel starten mit einem neuen Betrieb in die Selbstständigkeit.

Für die besondere Praxisnähe des Studiengangs sorgen die Dozenten aus der Wirtschaft. Gartzen greift dabei auf die Erfahrungen im Fach Maschinenbau an der Fachhochschule zurück, wo schon seit zwölf Jahren den Studenten ein „Unternehmerseminar” angeboten wird, in dem Vertreter der Wirtschaft aus ihrem Firmenalltag berichten.

Der Studiengang Entrepreneurship wird nur zu 30 Prozent von Hochschul-Dozenten geleistet, den großen Rest bilden Firmenchefs, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Sparkassen-Manager und auch erfolgreiche Existenzgründer.

Alle Dozenten müssen sich der Kritik der Studenten stellen. Sie werden sowohl schriftlich wie mündlich bewertet - wer durchfällt, scheidet für das folgende Semester aus dem Lehrkörper aus.
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