Investor kann 130 Fußballplätze bespielen

Von: Robert Esser
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Fingerzeig auf Melaten: Bis zu
Fingerzeig auf Melaten: Bis zu 250 Technologie-Firmen können sich auf dem 800 000 Quadratmeter großen Campus in Aachen entlang neuer Straßen ansiedeln. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dubai schwächelt, China kommt, und die Niederländer sind dieses Jahr mit doppelt so vielen Ausstellern am Start. Wo früher Flugzeuge landeten, auf der Neuen Messe München, setzt die internationale Gewerbe-Immobilien-Branche vom 4. bis zum 6. Oktober bei der „Expo Real 2011” mit 1610 Ausstellern aus 34 Ländern auf 64.000 Quadratmetern zu neuen Höhenflügen an.

Auf einen Fläche von zehn Fußballfeldern drängeln sich Projektentwickler, Architekten, Bauunternehmer, Makler, Manager, Investoren und politische Prominenz. Meistens gehts um die eine Frage: Wen kann ich wie davon überzeugen, in meiner Region ein Bauvorhaben zu realisieren? Wobei die hiesige Region - von Düren, Heinsberg über den Nationalpark Eifel bis zur Parkstad Limburg - an der Isar seit Jahren eine überaus gute Figur macht.

23 Unternehmen, Organisationen und Institutionen präsentieren Projekte des Dreiländerecks unter dem neuen grünen Leuchtwand-Logo „aachen1a” - und unter der Federführung der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK). „Mit diesem neuen Standdesign wird ein neues Kapitel im regionalen Marketing aufgeschlagen”, betont IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting. „Aachen ist die starke Marke. Diesen positiven Aspekt müssen wir für die ganze Region nutzen”, sagt der Standorganisator. Als Aushängeschild und Magnet soll der RWTH-Campus Investoren binden, die sich Profite von der engen Verzahnung von Hochschulinstituten und Industrie versprechen.

Bis zu 250 Technologie-Unternehmen können sich mit eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auf 800.000 Quadratmetern ansiedeln. Zum Vergleich: Das entspricht über 130 Fußballfeldern, ein ganzes Stadtviertel. Die Rede ist von mehr als 10.000 neuen Arbeitsplätzen, Milliarden Euro Investitionsvolumen. Der Boden, beziehungsweise das neue Straßennetz in Aachen Melaten ist bereitet. Schwungvoll sieht das aus. Und so soll es weitergehen.

Seit Juni 2011 wurde das neue Zentrum für Biomedizintechnik (ZBMT) mit 4100 Quadratmetern Bruttogrundfläche von zehn Unternehmen mit etwa 120 Beschäftigten belebt. Das erste durch einen Forschungspartner erstellte Gebäude bezog im Juli die Carpus+Partner AG auf 3700 Quadratmetern mit rund 140 Mitarbeitern. Im November sollen die Bauarbeiten für den ersten großen Gebäudekomplex des sogenannten Logistik-Clusters am Campus-Boulevard beginnen. Die Eckdaten: 14.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, 25 Millionen Euro Baukosten. Ende 2012 werden 350 Arbeitsplätze auf Büro-, Innovationslabor- und Fabrikflächen einziehen, davon 116 neue Mitarbeiter.

Angesichts solcher Erfolgsmeldungen zeigt sich der Geschäftsführer der Campus GmbH, Hermann Brandstetter, zuversichtlich: „Bislang haben sich über 100 Unternehmen, darunter 18 internationale Key-Player wie etwa Bosch Rexroth, Philips und die PSI AG mit 31 Lehrstühlen sowie einem Lehr- und Forschungsgebiet der FH Aachen, zur langfristigen Kooperation auf dem RWTH Aachen Campus verpflichtet”, erklärt er.

Konkrete Folgen sind außerhalb des Areals jetzt schon spürbar. Die Immobilienpreise steigen nicht nur in direkter Nachbarschaft im Aachen Westen. Auch der Nordkreis profitiere, wie Würselen und Herzogenrath, erklärt der Aachener Immobilienmakler Reiner Schnittler. Bei Gewerbeimmobilien gebe es „eine starke Nachfrage von Investoren und Projektentwicklern für die Revitalisierung und Entwicklung von Objekten in Hotels, Ärztehäuser und Studentenwohnheime”, sagt Schnittler.

Und wo hohe Renditen locken, landet das Geld der Investoren. Die sollen auf der „Expo Real” auf „aachen1a” fliegen - zwischen über 1600 Ausstellern wie Dubai, China und den Niederlanden.
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