Aachen/Bursa - In Aachen in die Lehre, zum Praktikum in die Türkei

In Aachen in die Lehre, zum Praktikum in die Türkei

Von: jpm
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Aachen/Bursa. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) von Aachen und Bursa wollen in Zukunft eng zusammenarbeiten. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde am Dienstag am Sitz der IHK in der Aachener Theaterstraße unterzeichnet.

Die Vereinbarung sieht die Teilzertifizierung von Modulen des Weiterbildungszentrums Bugtem in der viertgrößten türkischen Stadt durch die Aachener Kollegen vor. Hierdurch wird die inhaltliche und qualitative Vergleichbarkeit der Module mit deutschen Ausbildungsinhalten bescheinigt. Außerdem sollen ab Oktober nächsten Jahres Austauschprogramme für Auszubildende aus Aachen und Bursa stattfinden, die Sprachkurse und Betriebspraktika in dem jeweiligen Gastland beinhalten.

Profitieren sollen von der Zusammenarbeit beide Seiten. Ilhan Parserker, Vorstandsvorsitzender von Bugtem, betrachtet die deutsche Berufsausbildung mit ihrem hohen Praxisanteil als maßgeblich für die wirtschaftliche Stärke der Bundesrepublik. In der Türkei indes seien die Möglichkeiten zur Berufsausbildung unzureichend – ein Defizit, dem in Bursa nun mit Hilfe der IHK Aachen begegnet werden soll.

Diese wiederum möchte den hiesigen Arbeitsmarkt gern für junge Menschen mit türkischen Wurzeln attraktiv machen. „Mich besorgt, dass wir diese Menschen zunehmend verlieren“, so Rainhardt Freiherr von Leoprechting, Präsident der Deutsch-Türkischen IHK in Berlin. Während im Land ihrer Eltern und Großeltern üppiges Wirtschaftswachstum und hervorragende Berufsaussichten winkten, „fühlen sie sich hier nicht gut aufgehoben“.

Export harter Güter

Laut IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen ist die Türkei nicht das einzige Land, in dem man den Praxisbezug des deutschen Ausbildungssystems als Stärke erkannt hat. Dies habe er kürzlich erst auch bei einer Reise nach Ecuador festgestellt. Ähnlich wie in der Türkei gebe es „jede Menge Unis, aber nichts, womit man eine Fabrik ans Laufen bringt“. Dieser deutsche „Bildungsexport“ trage längerfristig dazu bei, den Export harter Güter zu garantieren: „Wenn die Leute unser System lernen, dann lernen sie auch, an unseren Maschinen zu arbeiten.“

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