Aachen - Immobilienmesse: So fängt die Region die großen Fische

Immobilienmesse: So fängt die Region die großen Fische

Von: Robert Esser
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Aachen. Wenn man einen Fisch zwischen zehntausenden Pinguinen an Land ziehen will, muss man sich was Besonderes einfallen lassen. Deswegen schwimmen die Aussteller aus der hiesigen Region auf der Münchener Expo Real, der zweitgrößten Messe für Gewerbeimmobilien, am Gemeinschaftsstand „1aachen” zwar nicht gegen den Strom unter den Heerscharen schwarzer Anzugträger. Aber sie tauchen noch bis zum Mittwoch mit allem auf, was das Dreiländereck zu bieten hat.

Und sie präsentieren sich tatsächlich - nabenbei mit Tausenden Probierhäppchen von Sternekoch Christof Lang beköstigt - aus einem Guss. Das macht Appetit und schafft Aufmerksamkeit unter den 1645 Ausstellern aus 34 Ländern - sowie rund 30.000 Fachbesuchern.

Vier Prozent Zuwachs zählt die Expo nach dem Krisenjahr 2009. Es geht bergauf. So sollen auswärtigen Investoren Aachen, die Städteregion, aber auch die Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen schmackhaft gemacht werden. Mehrere Dutzend Bürgermeister, Landräte, Wirtschaftsförderer und Projektentwickler sind persönlich vor Ort und preisen ambitionierte Vorhaben und entscheidende Vorteile im NRW-Westen an. Während nebenan in den sechs Messehallen auf 64.000 Quadratmetern zig Metropolen wie Köln, Barcelona und Doha die Angeln auswerfen.

Beeindrucken lassen sich die Macher von „1aachen” - organisiert vom Team des IHK-Geschäftsführers Fritz Rötting - von den großen Mitbewerbern nicht. Im Gegenteil, die Stimmung in der krisenerprobten Immobilienbranche hellt sich spürbar auf. Von Fernost bis in den Westzipfel.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärt in München, er sei nach seiner gerade absolvierten China-Reise sehr zuversichtlich, dass sich nun schon in Kürze ein namhaftes Unternehmen aus dem Reich der Mitte im Dreiländereck ansiedeln werde.

Harald K. Lange, Aachener Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), verweist zudem auf das historische Potenzial des Zwei-Milliarden-Projekts RWTH-Campus, auf dem Hochschule und Unternehmen auf 800.000 Quadratmetern Hand in Hand forschen, vermarkten und verkaufen sollen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg lobt ausdrücklich, dass die ganze Region endlich an einem Strang zieht. Er erntet zudem anerkennende Worte von Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, der daran erinnert, dass sich die Region nach entsprechenden Gutachten einhellig für Düren als Standort eines neuen Güterverteilzentrums ausgesprochen habe.

Auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch sieht die Drei-Länder-Region im Aufwind. Er konnte gerade erst ein US-Unternehmen für seinen Landkreis gewinnen.

All diese und künftige Erfolge seien nur möglich, weil sich das Dreiländereck gemeinsam der nationalen und internationalen Konkurrenz stelle, bestätigt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. So führt Aachens Baudezernentin Gisela Nacken auf der Münchener Expo unter anderem Gespräche mit „Betreibern und künftigen Endinvestoren” aus dem Ausland, die das 240 Millionen Euro teure Einkaufsparadies Kaiserplatz-Galerie endgültig stemmen sollen.

Etwas bescheidener, aber extrem spannend präsentieren Manfred Poth von der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang und Projektplaner Anton Neuberger eine weitere Idee für die Umnutzung der ehemaligen NS-Ordensburg am Urftsee. Dort will man für 20 Millionen Euro einen alten Kasernen-Trakt in ein hochmodernes „Krimi-Resort” mit 150 Betten und inszenierter Mördersuche für bis zu 50.000 Gäste pro Jahr verwandeln. Dem Vernehmen nach soll hier bereits ein Investor angebissen haben.
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