Im Handwerk stehen die Zeichen auf Wachstum

Von: vm
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Es brummt im handwerk: Die Auslastung liege bei 86,1 Prozent. Foto: Archiv/dpa

Baesweiler. Der Negativtrend im Handwerk ist gestoppt. Das verkündete der Präsident der Handwerkskammer Aachen, Dieter Philipp, bei der Herbst-Vollversammlung in der Burg Baesweiler. Die Herbstkonjunkturumfrage habe ergeben, dass für 91 Prozent der Betriebe die Geschäfte im Sommer „prima“ gelaufen seien.

„Es brummt wie zu Zeiten der Wiedervereinigung“, so Philipp. Die Auslastung liege bei 86,1 Prozent. Auch die Zahl der neuen Lehrverträge verheiße Gutes. „Alle Zeichen stehen auf Wachstumskurs.“

Für den Meisterbrief als Basis einer Unternehmensgründung machte er sich stark: Mehrere Studien hätten belegt, dass die Abschaffung des Meisterbriefs als Voraussetzung für eine Unternehmensgründung vor allem den Verlust vieler Ausbildungsplätze und leistungsfähiger Fachbetriebe in den betroffenen Branchen mit sich gebracht hätte.

„In unserem Kammerbezirk arbeiten 68 Prozent aller im Handwerk tätigen Personen in Meisterbetrieben. Diese erwirtschaften 84 Prozent des Gesamtumsatzes“, sagte Philipp. Ein Viertel arbeite in zulassungsfreien Handwerksbetrieben. Dort würden nur rund zwölf Prozent des Gesamtumsatzes erbracht.

Kritik übte er auch an der geplanten Umweltzone in Eschweiler: Diese sei eine zusätzliche Erschwernis für die Betriebe, da diese ihre Fahrzeuge nachrüsten oder eintauschen müssten, auf dem Markt aber nicht genügend umweltzonentaugliche Wagen erhältlich seien.

Auch NRW-Wissenschaftsministerin Swenja Schulze bekam ihr Fett weg: Eine 4000-Euro-Prämie für Studenten, die ihr Erststudium erfolgreich abschließen, sei eine „Verwechslung von Ursache und Wirkung“. Der Studienabbruch sei in erster Linie nicht auf fehlende Anreize, sondern auf die irrtümliche Annahme mancher Abiturienten zurückzuführen, sie seien „studierfähig“. Auffangen will die Handwerkskammer dies mit dem Programm „Reset“, das eine Perspektive im Handwerk bietet.

Viele Worte des Lobes fand er für Unternehmer, die sich in der Flüchtlingshilfe einbringen: Handwerksbetriebe aus Würselen und Aachen, die jungen, unbegleiteten Flüchtlingen eine Lehrstelle anböten, der Alsdorfer Augenarzt und die Optikerin, die junge Flüchtlinge untersuchen und mit Brillen ausstatten und so weiter.

Die Handwerkskammer selbst habe eine Mitarbeiterin zur Koordinatorin von Flüchtlingsfragen gemacht, um Betriebe und potenzielle Azubis zusammenzubringen und bürokratische Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. Im Grunde sei die Integrationsarbeit seiner Kammer aber gar nichts Neues – darin sei man bereits erprobt.

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