IHK-Präsident Bert Wirtz plädiert für Kooperationsbemühungen

Von: red
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„Jahr der Entscheidung”: IHK
„Jahr der Entscheidung”: IHK-Präsident Bert Wirtz gestern bei der Vollversammlung im Aachener Rathaus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Als „Jahr der Entscheidung” hat Bert Wirtz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen, das laufende Jahr bei der Vollversammlung der Kammer gestern im Krönungssaal des Aachener Rathauses bezeichnet.

Die Wirtschaft der Region sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen, doch vieles von dem, was die Unternehmen und ihre Mitarbeiter erreichen könnten, sei abhängig von Rahmenbedingungen, auf die auch die deutsche Regierung zunehmend weniger Einfluss habe.

Wirtz nannte „die labile Weltfinanzordnung, die expansive Geldpolitik und die damit verbundene Gefahr einer Inflation” sowie „die weiterhin instabile Lage im Nahen Osten und die brennenden Fragen der sicheren Energieversorgung” als Risikofaktoren.

Er erteilte Plänen der EU-Kommission, das außenwirtschaftliche Ursprungsrecht zu verändern, noch einmal eine klare Absage und verlangte von der Politik die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Notwendig sei eine „Neukonstruktion der kommunalen Finanzverfassung mit einem Ausgleich der Sozialhilfeausgaben”.

Junge Menschen gewinnen

Das große Lob für alle ausbildenden Betriebe in der Region - es gab mehr als 4600 neue Ausbildungsverträge in Industrie, Handel und Dienstleistung - verband der IHK-Präsident allerdings mit einer in die Zukunft gerichteten Mahnung.

Stichwort Fachkräftemangel: Angesichts des demografischen Wandels müssten „die Unternehmen sich Gedanken machen, wie sie junge Menschen gewinnen und an sich binden können”.

Wirtz hob heraus, für die Region gebe es beim Thema Zusammenarbeit „keine Entscheidung zwischen Ost oder West”. Der Verbund in der Euregio Maas-Rhein müsse so vorangetrieben werden wie die Kooperationsbemühung Richtung Rheinland.

Die Region Aachen stehe für Internationalität und wissenschaftliche Exzellenz. Das seien die Erfolgsfaktoren auch für eine Metropolregion Rheinland. Es sei kein Zufall, dass die Landesregierung die IHK Aachen mit der Steuerung der Innovationsregion Rheinisches Revier beauftragt habe.

So zufrieden sich Wirtz mit der Umgestaltung des Aachener Autobahnkreuzes zeigte, so sehr kritisierte er den immer noch fehlenden Lückenschluss der A1 in der Eifel und die Hängepartie beim dritten Bahngleis zwischen Aachen und Düren.

„Mit Entsetzen haben wir erfahren, dass zwei von drei Ausweichgleisen dem Rotstift zum Opfer gefallen sind”, erklärte Wirtz und bedauerte, dass so nur noch ein einziges Ausweichgleis in Aachen Rothe Erde bleibe.

„Mit Nachdruck” begrüßte Wirtz die Überlegungen, die Strukturen von Regio Aachen und Agit zu verschlanken und den Verein Regio Aachen „in einen schlagkräftigen Zweckverband” zu überführen. Der Verbund der fünf Gebietskörperschaften Stadt Aachen, Städteregion Aachen mit den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg stärke den dringend notwendigen regionalen Zusammenhalt. Daneben werde eine starke Agit als „gemeinsam getragenes Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung nach innen wie außen” gebraucht.

Diese „Aufgabenteilung zwischen politisch-strategischen Entscheidungen und konkreter Wirtschaftsförderung” steigere die Effektivität. Denn: „Die Region braucht eine starke Marke, damit wir im internationalen Standortwettbewerb bestehen können.”
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