Wegberg - ICE-Züge warten in Wildenrath auf die Zulassung

ICE-Züge warten in Wildenrath auf die Zulassung

Von: disch/dpa
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Auf dem Wartegleis: drei fertig produzierte Siemens-Hochgeschwindigkeitszüge im Prüfzentrum Wildenrath. Foto: Siemens

Wegberg. 16 nagelneue ICE-Züge im Gesamtwert von über einer halben Milliarde Euro warten im Siemens-Bahnprüfzentrum in Wegberg-Wildenrath (Kreis Heinsberg) und auf angemieteten Gleisstrecken in der Umgebung, so im Raum Neuss, streng bewacht auf ihre Zulassung und Auslieferung an die Deutsche Bahn. Insgesamt haben sie schon 400.000 Testkilometer zurückgelegt, doch wann sie im regulären DB-Fahrplan eingesetzt werden können, weiß verlässlich niemand vorherzusagen.

„Ich gehe davon aus, dass bis Ende 2013 die ersten, ich weiß nicht, ob es zwei oder vier sein werden, der bestellten 16 ICE ausgeliefert und zugelassen sind“, hatte zuletzt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer eine Prognose gewagt. Und geschimpft: „Das Problem ist das Zulassungswesen des Eisenbahn-Bundesamtes. Das müssen wir vom Kopf auf die Füße stellen. Ich nehme es nicht weiter hin, dass das Amt sich als Verhinderungsmaschinerie beweist. Deshalb haben wir ja bereits angekündigt, einen Eisenbahn-TÜV einzusetzen.“ So sollen Engpässe im Genehmigungsverfahren vermieden werden. Detailprüfungen sollen dafür von der Behörde mittelfristig an externe Organisationen wie TÜV oder Dekra übertragen werden. „Mit Eisenbahn-TÜV geht‘s schneller“, so Ramsauer.

Eigentlich sollten die ersten der 16 ICE-3-Züge vom Typ Velaro D (Baureihe 407) bereits im Dezember 2011 bei der DB in Betrieb gehen, hieß es im Dezember 2008 bei der Auftragsvergabe. 2012 sollten dann alle ausgeliefert sein. Doch während die Velaro-Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens in Russland bei minus 40 Grad und in Spanien bei plus 40 Grad rollen, hat sich das Projekt für die DB längst zu einer scheinbar „unendlichen Geschichte“ entwickelt. Ende 2010 waren zwar die ersten der in Krefeld-Uerdingen gefertigten Züge in Wildenrath eingetroffen. Prüfungen liefen an, die Züge waren immer wieder auf dem großen Testring zu sehen, doch eine Zulassung gibt es bis heute nicht.

Von Problemen mit der aufwendigen Software für die Zugsteuerung ist die Rede. Die jeweils aus acht Wagen bestehenden Züge, die bis zu 485 Reisenden Platz bieten, sollen im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden. Siemens-Pressesprecher Georg Lohmann verweist auf „2900 Normänderungen auf europäischer Ebene“ bei diesem Projekt. Erst Ende Januar sei Siemens nach Abstimmung mit allen Beteiligten (EBA, DB und Gutachter) abschließend bekannt geworden, welche technischen Änderungen umzusetzen seien. Das Unternehmen habe daraufhin die Umsetzung der geforderten Änderungen „umgehend gestartet“ und wolle dies „voraussichtlich im Juli abschließen“. Dann sollen die Züge erneut in den Zulassungsprozess gehen.

Eine konkrete Prognose, wann die DB die ersten Züge erhält, gibt es von Siemens nicht mehr: „Die weiteren Schritte bis zur Auslieferung der Züge sind Teil des nicht allein durch Siemens steuerbaren Zulassungs-, Validierungs- und Abnahmeprozesses mit vielen Beteiligten.“ So das offizielle Statement. Die jüngste Ramsauer-Vorhersage für Ende 2013 hatte Siemens-Vorstandschef Peter Löscher in einem Interview vorsichtig kommentiert: „Das könnte etwas zu optimistisch kalkuliert sein.“ Die Sache sei „komplex und für keinen Hersteller kalkulierbar“.

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