Hohe Verluste mit Gas und Kohle belasten Trianel

Von: dpa/red
Letzte Aktualisierung:
Trianel
Der Aachener Stadtwerkeverbund muss die Kosten herunterfahren und startet ein Sparprogramm. Foto: Bernd Thissen/dpa

Düsseldorf/Aachen. Der Stadtwerkeverbund Trianel mit Sitz in Aachen hat wegen des Strompreisverfalls im Großhandel praktisch kein Geld mehr verdient und startet ein Sparprogramm. 2015 sei der Überschuss des kommunalen Netzwerks auf annähernd Null abgerutscht, sagte Trianel-Chef Sven Becker bei der Vorlage der Jahresbilanz am Montag in Düsseldorf.

 Die Stromerzeugung mit Gas- und Kohlekraftwerken habe einschließlich höherer Rückstellungen allein elf Millionen Euro Verlust gebracht, sagte Becker. Dies sei eine „schwere Hypothek“ für das Geschäft. Auch 2016 sei nicht mehr als ein Nullergebnis zu erwarten, sagte Finanzchef Jörg Vogt. „Das kann uns nicht zufriedenstellen.“ In dem Verbund sind 56 kommunale Gesellschafter aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

Mit einem Jahresüberschuss von 100.000 Euro nach Steuern blieb das Unternehmen unter den Erwartungen. 2014 konnte Trianel noch einen Überschuss von 5,2 Millionen Euro verbuchen. Der Umsatz stieg von knapp 1,8 Milliarden Euro auf 2,1 Milliarden Euro, vor allem dank der Ausweitung des Handels-, Beschaffungs- und Optimierungsgeschäfts. Das Eigenkapital sank von 90,5 Millionen auf 88,1 Millionen Euro (Quote: 27,7 Prozent). „Die Entwicklung an den Großhandelsplätzen macht auch weiterhin Rückstellungen für zu erwartende Verluste nötig und stellt für unser Unternehmen eine große Hypothek dar“, sagte Vogt.

Allein das große 750-Megawatt-Kohlekraftwerk in Lünen von zahlreichen Stadtwerken und Trianel, das erst seit zweieinhalb Jahren in Betrieb ist, habe 2015 mehr als 120 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet, sagte Becker. „Wegen anhaltender Unsicherheiten an den Stromgroßhandelsmärkten erwarten wir derzeit für 2016 keine deutlichen Verbesserungen“, prognostizierte er. Die derzeitige Entwicklung fordere deshalb eine Konzentration des Unternehmens auf Kosteneffizienz sowie Prozessexzellenz. Der Stadtwerkeverbund wollte zum anstehenden Sparprogramm allerdings keine Details nennen. Es habe ein Millionenvolumen, Bedarf an Personalabbau über die natürliche Fluktuation hinaus sehe er derzeit aber nicht, sagte Becker.

Trianel investiere weiter stark in erneuerbare Energie, vor allem in Wind und Photovoltaik, und setze auf den Energiehandel, erklärte die Geschäftsführung Mit der Inbetriebnahme des Trianel Windpark Borkum, dem Joint Venture mit der EWE AG für die zweite Ausbaustufe des Offshore-Windparks sowie durch die Gründung der Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG habe man 2015 weitere Weichen gestellt. Bis 2020 will das Unternehmen gemeinsam mit Stadtwerken rund 1,3 Milliarden Euro in Erneuerbare-Projekte investieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert