Hemovent: Millionenspritze für kleinen Lebensretter

Von: tka
Letzte Aktualisierung:
11731971.jpg
Tragbarer Fortschritt: die Herz-Lungenmaschine des Start-ups Hemovent.

Aachen/Wuppertal. Mit der weltweit ersten tragbaren Maschine, die die Herz- und Lungenfunktion eines Patienten bis zu 30 Tage übernimmt, sorgte eine junge Medizintechnik-Firma für Furore – und konnte eine ganze Reihe Investoren von der Idee dermaßen überzeugen, dass die Hemovent GmbH, so der Name des Start-ups, mit einem „hohen siebenstelligen Betrag“ unterstützt wird.

Das gab am Mittwoch der beteiligte Seed Fonds Aachen II bekannt. Die Summe wurde nicht näher beziffert. So viel ist aber klar: Nach deutschen Maßstäben ist sie schon ungewöhnlich hoch.

Hinter der Hemovent GmbH mit Sitz in Wuppertal stehen die Geschäftsführer Oliver Marseille und Christof Lenz. Marseille hat am Helmholtz-Institut der RWTH promoviert, war Leiter Forschung und Entwicklung bei der Medos AG in Stolberg und brachte 2013 die Aachener Circulite GmbH auf den Weg, mit der er die weltweit kleinste, implantierbare Herzpumpe entwickelte.

Nun widmet er sich mit Christof Lenz, der bereits mehrere Medizintechnik-Start-ups gegründet hat und unter anderem für Siemens Healthcare arbeitete, der Herz- und der Lungenfunktion. Die Hemovent-Entwicklung ist ein sogenanntes extrakorporales Oxigenisierungssystem (ECMO), das bei Herz- und Lungenversagen die entsprechenden Funktionen ersetzt.

Patente in USA, Europa, Japan

Solche ECMO-Systeme gibt es in der Intensivmedizin grundsätzlich schon, sie erfüllen aber bis dato, so Marseille, noch nicht alle Anforderungen. „Jedes Jahr leiden weltweit Millionen Patienten an Herz- und Lungeninsuffizienz, ob im lebensbedrohlichen Ausmaß. Schon heute hätten Mediziner mit der ECMO-Technologie die Möglichkeit, diese Leben zu retten, wenn die Technik überall verfügbar wäre“, sagt er.

Weil die Hemovent-Entwicklung 90 Prozent kleiner ist als bisherige Systeme und damit tragbar, könnten Patienten sogar während der Behandlung transportiert werden. „Die weltweite Nachfrage nach körperexterner Herz-Lungenunterstützung steigt stetig“, sagt Lenz. Für die Hemovent-Lösung bestehen Patente in den USA, Europa und Japan.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert