Heftiger Gewinneinbruch bei Generali Deutschland

Von: Ralf Arenz
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Köln. Der Versicherer Generali Deutschland ist von der Finanzmarktkrise „arg gebeutelt worden”, wie Vorstandschef Dietmar Meister bei der Jahrespressekonferenz sagte. Unter dem Strich blieb gerade einmal ein Gewinn von vier Millionen Euro. Das ist ein Einbruch um 99,1 Prozent.

Um satte 481 Millionen Euro belasteten dabei Wertberichtigungen aus Kapitalanlagen das Jahresergebnis. Zufrieden sei der Vorstand damit keineswegs. Er präsentiere die Bilanz aber auch nicht „mit eingezogenen Schultern”, sagte Meister.

Operativ sei 2008 nämlich „sehr erfolgreich verlaufen”. Die Gesamtbeiträge stiegen um 3,4 Prozent auf 14,24 Milliarden Euro. Damit sei der Konzern dreimal stärker als die Branche gewachsen und habe die Position als zweitgrößter deutscher Erstversicherer gefestigt.

Überdurchschnittliches Wachstum gab es in allen Bereichen. In der Lebensversicherung kletterten die Gesamtbeiträge um 3,3 Prozent auf 9,36 Milliarden Euro. Der Krankenversicherer Central hat sich laut Meister „hervorragend” auf die Gesundheitsreform eingestellt und die Beiträge um 5,9 Prozent auf 1,85 Milliarden gesteigert. Und im Bereich Schaden/Unfall gab es ein Plus von 0,8 Prozent auf 3,06 Milliarden Euro. Auch die Fusion von Volksfürsorge und Generali-Versicherung zum 1. Januar 2009 nannte Meister gelungen. Der Verlust von Marktanteilen habe vermieden werden können.

Gleichzeitig sanken die Gesamtkosten, und die Combined Ratio bei Schaden- und Unfallversicherungen um 0,9 Punkte auf 94,4 Prozent. Bei Werten unter 100 ist das eigentliche Versicherungsgeschäft profitabel. Angesichts des guten operativen Ergebnisses und einer hohen Finanzkraft hält das Unternehmen die Dividende mit 2,90 Euro auf Vorjahreshöhe.

In das laufende Jahr geht Generali Deutschland, an der die italienische Generali inzwischen 93 Prozent hält, nach den Worten Meisters mit viel Zuversicht. Das Unterneh men werde wieder besser abschneiden als der Marktdurchschnitt. Generali setzt auf organisches Wachstum. Man halte aber auch Augen und Ohren offen, falls sich Gelegenheiten zu Zukäufen bieten sollten, so Meister. Allerdings müssten die Preise stimmen und Übernahmekandidaten in das Konzept von Generali Deutschland passen.

Unter der Voraussetzung, dass sich keine extremen Belastungen für die Kapitalmärkte ergeben werden, will der Versicherer den Gewinn deutlich verbessern. Eine genaue Prognose wagte Meister aber nicht. Das Ergebnis werde wohl „deutlich über vier Millionen liegen, aber nicht bei 400 Millionen Euro.”

Die Gruppe beschäftigt in Aachen insgesamt 2200 Mitarbeiter, davon 700 bei der AachenMünchener Versicherung.
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