Handwerkskammer Aachen: Der Islam in Deutschland ist Thema

Von: hjd
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Handwerkskammer-Präsident Dieter Philipp (l.) und Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, am Mittwoch bei der Vollversammlung in Aachen. Foto: o.H.

Aachen. Gehört der Islam zu Deutschland? Bundeskanzlerin Angela Merkel ist, Alt-Bundespräsident Christian Wulff zitierend, dieser Meinung. Dass sie damit in ihrer eigenen Partei auf teils offensiv formuliertes Unverständnis gestoßen ist, zeigt, wie sensibel diese Frage (immer noch) ist.

Aiman A. Mazyek, der in Aachen geborene Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, formuliert es so: „Ziel muss die Integration des Islam in das deutsche Staatswesen sein. Wir haben dabei schon viel erreicht, doch es bleibt noch ein weiter Weg.“

Mazyek, Sohn eines Syrers und einer Deutschen, sprach am Mittwoch bei der Vollversammlung der Handwerkskammer (HWK) im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Er forderte dazu auf, den friedlichen Islam der überwältigenden Mehrheit der Muslime scharf von der Minderheit abzugrenzen, die Extremismus und Gewalt predigen und ausüben. „Die Bekämpfung von Extremismus jeglicher Couleur muss Bestandteil einer wehrhaften Demokratie sein“, sagte er. „Wir jedenfalls wollen und werden dem Islamismus mit dem Islam begegnen.“

Vielfalt, Offenheit, Toleranz: Diese Werte reklamierte HWK-Präsident Dieter Philipp auch für das Handwerk. In den über 130 Ausbildungsberufen gehörten unterschiedliche Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften zum alltäglichen Bild. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels rief er die Betriebe dazu auf, noch stärker auf Jugendliche mit Migrationshintergrund zuzugehen, um sie für eine Lehre zu gewinnen.

Apropos Ausbildung: Philipp verband dieses Thema mit der eindringlichen Mahnung an die Adresse der Europäischen Union, nicht am deutschen Meisterbrief zu rütteln. Dieser sei nämlich auch ein Garant für Ausbildung. Denn in den Berufen, in denen die Meisterpflicht nicht mehr gilt, sei diese dramatisch zurückgegangen.

Insgesamt sei die Stimmung im regionalen Handwerk gut. Doch nötig seien Weichenstellungen, damit dies so bleibe. Philipp appellierte an die Politik, die finanziellen Spielräume von Privatkunden und öffentlichen Auftraggebern zu verbessern und die Förderung der energetischen Gebäudesanierung auf die Schiene zu setzen.

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