Handwerk in der Region: Vorsichtig Zuversicht zeigen

Von: Berthold Strauch
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Würselen. Das Handwerk in der Region zeigt sich in glänzender Verfassung. Dies machte Dieter Philipp, Präsident der Handwerkskammer Aachen, am Mittwoch auf der Herbstvollversammlung in Würselen deutlich.

„Unser Wirtschaftszweig ist in den vergangenen sechs Monaten weiter zur Hochform aufgelaufen”, verwies Philipp auf die jüngste Konjunkturumfrage. Demnach seien 86 Prozent der Betriebe mit ihrer jetzigen Lage zufrieden - bereits zum dritten Mal hintereinander, sprach Philipp von einem „heißen Herbst im positiven Sinne”.

„Mit gebremstem Schaum” blickten die Unternehmen allerdings in die Zukunft. „Viele von uns befürchten die Ansteckungsgefahr durch die Staatsschuldenkrise”. So sei der „Stimmungsindikator” in Erwartung der kommenden sechs Monate von 86 auf 78 Punkte abgesunken. „Wir sollten daher vorsichtig zuversichtlich sein und hoffen, dass wir im Handwerk das nächste Halbjahr mit einem blauen Auge durchstehen.”

Damit die Binnenkonjunktur weiterhin „Motorfunktion” behalte, falls der Export „wieder anfängt zu stottern”, müsse die Politik „die richtigen Weichen stellen”, forderte der Präsident. Dabei nannte er insbesondere die Maßgabe, die energetische Gebäudesanierung durch Förderung der Hausbesitzer zu flankieren: „Das hilft mit, die Energiewende herbeizuführen, und sichert einen hohen Beschäftigungsstand in unseren mitarbeiterstarken Betrieben.” Dies wiederum wirke sich positiv auf die Kaufkraft in der Region aus und sichere zum Beispiel im Handel Arbeitsplätze.

Philipp forderte, die Staatsausgaben zu senken und die Neuverschuldung zu drosseln. Zum Maßnahmenkatalog müsse auch gehören, die Regel- und Sanktionsmechanismen für EU-Mitgliedsstaaten „ausreichend schmerzhaft und konsequent zu gestalten”. Die Finanzwirtschaft müsse auf das Maß zurückgeschnitten werden, das ihr zukomme: eine „dienende Funktion für die Realwirtschaft”, statt zu spekulieren.

Positiv bewertete Philipp die Handwerksinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen, ein 20 Millionen Euro schweres Förderprogramm, das etwa Hilfen für Gründer und Technologietransfer bereithalte. Er sprach von einem „starken Signal in Richtung Mittelstandsförderung der Landesregierung”. Zudem hielt der Präsident ein Plädoyer für die „Metropolregion Rheinland”, die eine „echte Chance” biete, international Interessenten die Region schmackhaft zu machen.

Philipp lenkte die Aufmerksamkeit der Handwerksvertreter auch auf den Nachwuchs- und Fachkräftemangel. 37 Prozent der Betriebe signalisierten, schon kein geeignetes Personal mehr zu finden. Diese „Herausforderung” sei angenommen worden. Dabei erwähnte Philipp etwa verstärkte Bemühungen, einen „direkten Draht” zu Jugendlichen zu finden, indem mit Schulen kooperiert werde. Dazu zählten auch Anstrengungen, die Ausbildungsreife der jungen Leute zu erhöhen. Mittlerweile sei das Interesse an einem Handwerksberuf bereits spürbar gestiegen.
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