Aachen - Handwerk freut sich über starke Nachfrage

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Handwerk freut sich über starke Nachfrage

Von: Hermann-Josef Delonge
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Es wird viel gebaut in Deutschland: Das freut das Handwerk – auch in der Region. Foto: dpa

Aachen. Handwerker stehen nicht unbedingt im Ruf, überschäumenden Gemüts zu sein, und so hielt sich auch Peter Deckers am Montag mit Superlativen zurück. Dabei hatte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen Konjunkturdaten zu verkünden, die so gut sind wie zuletzt in den Boomzeiten nach der Wirtschaftskrise 2008.

 36 Prozent der Handwerksbetriebe der Region bewerten ihre aktuelle Geschäftslage laut Umfrage der Kammer mit „gut“ weitere 51 Prozent mit „befriedigend“. Und die Erwartungen an das kommende Halbjahr fallen ebenso positiv aus. Gründe für diese Stimmungslage sind der milde Winter, der weiterhin robuste Arbeitsmarkt und die niedrigen Zinsen. Hinzu kommen ein moderates Wirtschaftswachstum, ein erstarkender Export und nur noch wenige Negativmeldungen aus den EU-Krisenstaaten.

Die Zahlen: Bei der Auftragsentwicklung gab es einen starken Aufwärtstrend, der sich im Umsatz widerspiegelt. 71 Prozent der Betriebe haben im letzten Halbjahr entweder ein Umsatzplus erzielt oder das Niveau beibehalten. 23 Prozent erwarten eine weitere Steigerung, 60 Prozent sind davon überzeigt, das Niveau halten zu können. Beim Auftragsbestand kann von einer Winterdelle keine Rede sein. Bei 20 Prozent der Unternehmen sind die Auftragsbücher voller als zuvor, 57 Prozent hatten eine gleich starke Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen. 85 Prozent rechnen im neuen Halbjahr mit steigenden oder stabilen Auftragseingängen. Ist die Stimmung bei den Betrieben gut, färbt das auch auf die Investitionsneigung ab. 18 Prozent der Betriebsinhaber haben mehr Geld in die Hand genommen, 58 Prozent investierten ungefähr die gleiche Summe in Maschinen, Gebäude und weitere Ausrüstung. An dieser Situation soll sich auch im kommenden Halbjahr nichts Wesentliches ändern.

Die Branchen: Das Ausbaugewerbe (Elektrotechniker, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Glaser, Installateure und Heizungsbauer, Klempner, Maler und Lackierer, Raumausstatter, Stuckateure, Tischler) profitiert offensichtlich von den niedrige Zinsen für Bau- oder Ausbauvorhaben und der Energiewende. 38 Prozent der Beriebe bewerten ihre Geschäftslage mit „gut“, weitere 54 Prozent sind mit ihr zufrieden. Im Bauhauptgewerbe (Dachdecker, Gerüstbauer, Maurer und Betonbauer, Straßenbauer, Zimmerer) bewerten sogar 41 Prozent ihre Lage mit „gut“. Das Nahrungsmittelgewerbe (Bäcker, Konditoren, Fleischer) hat sich etwas erholt: 47 Prozent melden eine gute, 43 Prozent eine befriedigende Geschäftsentwicklung. Im Kfz-Gewerbe kämpft immer noch knapp jeder fünfte Chef mit einer schlechten Geschäftssituation, obwohl sich die Lage etwas verbessert hat. Auch bei den personenbezogenen Dienstleistungsgewerben (Damen- und Herrenschneider, Fotografen, Friseure, Kosmetiker, Schuhmacher, Textilreiniger, Uhrmacher) hat sich die Geschäftssituation etwas verbessert, doch der harte Wettbewerb hinterlässt seine Spuren. Gerade mal 77 Prozent melden eine positive Geschäftslage – der niedrigste Wert in der Konjunkturumfrage.

Das Beschäftigungsklima: Hat sich „auf hohem Niveau“, wie Deckers und seine Stellvertreterin Nicole Tomys betonten, leicht verschlechtert. 14 Prozent der Firmeninhaber haben in den vergangenen sechs Monaten eingestellt, 68 Prozent ihre Teamstärke stabil gehalten. Im kommenden Halbjahr wollen neun Prozent einstellen, 81 Prozent die Zahl der Mitarbeiter halten.

Die Probleme: Natürlich der Fachkräftemangel, da hat sich nichts geändert – und wird wohl absehbar auch nicht. Der Markt an guten Fachkräften sei „nahezu leer gefegt“, konstatierte Deckers. Dadurch wird die Suche nach versierten Gesellen immer aufwendiger. Die meisten freien Stellen gibt es in den Sanitär-/Heizung-/Klima-Betrieben (91), in den Elektroberufen (88), im Tischlerhandwerk (64), für Kraftfahrzeug- und Nutzfahrzeugmechaniker (63) und bei Friseuren (51). Auch der Nachwuchs fehlt. Zum 31. Dezember 2013 waren 2465 neue Lehrverträge bei der Kammer eingetragen, 3,1 Prozent oder 80 weniger als zum Zeitpunkt des Vorjahres. Für 2014 wird mit rund 2410 neuen Vertragsabschlüssen gerechnet. In der Stellenbörse der Kammer und ihrer Tochter QualiTec GmbH sind aktuell 828 freien Stellen gemeldet, 31 mehr als zum 31. Dezember.

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