Güterverkehrszentrum als einmalige Chance der Region

Von: Berthold Strauch
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Düren/Aachen. Wolfgang Spelthahn redet Klartext: „Es hat keinen Sinn, auf einen Weißen Ritter zu warten”, so der Landrat des Kreises Düren.

Mit anderen Worten: Das eine große Unternehmen, auf das alle Wirtschaftsförderer der Region sehnsüchtig warten, damit es sich endlich zwischen Heinsberg und Monschau, zwischen Aachen und Euskirchen ansiedelt und einen kräftigen Schub für die Arbeitsplatzbilanz liefert - das wird sich so schnell nicht finden lassen.

Denn wie der am Dienstag im Dürener Kreishaus vorgestellte „Gewerbeflächen-Monitoring”-Bericht deutlich macht, musste auch die Region der Wirtschaftskrise Tribut zollen - mit dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach Firmengrundstücken spürbar gesunken ist.

Nennenswerte Bewegung gab es nur innerhalb der einzelnen Kommunen und zwischen Nachbarstädten, was zwei Drittel der registrierten Geschäfte ausmachte, bilanzierten Ulrich Schiroswki, Geschäftsführer der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) und Agit-Projektmanager Peter Gier gemeinsam mit dem Chef der Dürener Kreisverwaltung vor der Presse.

In Zahlen: 27,2 Hektar Gewerbefläche, verteilt auf 59 Grundstücke, wechselten 2009 den Besitzer. Dies entspricht einem Rückgang bei der Anzahl um 40 Prozent, bei der Größe der verkauften Flächen gar um 67 Prozent.

Die Verkäufe konzentrieren sich auf das Umfeld der Autobahnen 46 (Kreis Heinsberg, 39 Prozent), A4 (Städteregion Aachen und Kreis Düren, 24 beziehungsweise 22 Prozent) sowie die A1 (Nordkreis Euskirchen. Mit 5,63 Hektar war die Stadt Düren am erfolgreichsten - wobei dieses Areal fast ganz an die Schweizer Bauhaus-Kette ging.

Stärkster Nachfrager war das Handwerk und Baugewerbe (28 Prozent), das aber wegen seiner kleinteiligen Struktur „nur” 13 Prozent der Flächen erwarb.

Genügend Reserven

Die Aachener Region ist bestens gerüstet, wenn die Nachfrage nun - wie bereits zu spüren ist - merklich ansteigt. Knapp 1140 Hektar Gewerbefläche ist an 130 Standorten und in 45 Kommunen (außer Heimbach) verfügbar - davon zwölf Hektar „sofort”, weitere 19 Hektar „kurzfristig” nach Fertigstellung der Erschließung etwa binnen eines Jahrs.

Unter Federführung der Agit soll die Qualität der Vermarktung von Gewerbeflächen mit Hilfe des Internets optimiert werden. Interessenten erhalten aus einer Hand Optionen für Grundstücke und direkt nutzbare Immobilie.

Über eine ausgeklügelte Webstatistik erhalten die Verantwortlichen sofort einen Einblick in die Schwerpunkte der aktuellen Nachfrage potenzieller Kunden - und können entsprechend schnell reagieren. Zudem bereitet die Agit eine euregionale Vernetzung der Standortinformationen mit dem belgischen und niederländischen Grenzland vor.

Spelthahn warb für die auf seine Initiative im September geplante Konferenz mit allen regionalen Akteuren, der neuen Düsseldorfer Landesregierung und dem Bund.

Ziel sei es, das angestrebte Güterverkehrszentrum an der A4 bei Düren zu forcieren - und damit auch der Forderung nach dem Bau eines dritten Bahngleises zwischen Aachen und Düren einen kräftigen Schub zu geben. Denn würde diese einmalige Chance verpasst, gäbe es „Heulen und Zähneknirchen” - doch im Erfolgsfall sicher auch neue kräftige Nachfrage nach Ansiedlungsflächen.

Der Gewerbeflächen-Bericht kann für 35 Euro plus Mehrwertsteuer bei der Agit erworben werden.
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