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Grüne Energie für mehr als 3000 Haushalte

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Nordrhein-Westfalen/ Solarkoll
Nordrhein-Westfalen/ Solarkollektoren des Unternehmens F&S solar concept GmbH, aufgenommen am Donnerstag (08.12.11) in Inden auf dem Gelaende des "Solar-Parks Inden". Der Park, der mit 16.236 den momentan groessten Solarpark Nordrhein-Westfalens darstellt, gehoert der RuhrEnergie GmbH aus dem Kreis Dueren und der F&S solar concept GmbH aus Euskirchen, die ebenfalls den Bau der Anlage realisierte.

Herzogenrath. Der Markt für Projekte rund um Energie abseits fossiler Rohstoffe boomt in Deutschland - auch im Großraum Aachen. Nahe dem Herzogenrather Stadtteil Merkstein hat nun eine Kooperation aus privaten Planungsträgern begonnen, eine der größten Photovoltaik-Freiflächenanlagen Nordrhein-Westfalens zu errichten.

Neben der n.s.w. Energy, einer Tochtergesellschaft der Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH, auf deren Betriebsgelände die Anlage entsteht, ist auch der Energieversorger EWV an dem Projekt beteiligt. Zusammen haben sie die Green Solar Herzogenrath GmbH gegründet, über die beide je 50 Prozent des Investitionsvolumens von rund zwölf Millionen Euro bestreiten wollen.

Bis Ende des Jahres kann sich auch die Stadt Herzogenrath noch mit zehn Prozent als öffentlicher Investor an dem Vorhaben beteiligen. Entsprechende Pläne prüft die Stadtverwaltung derzeit, bevor sie dem Stadtrat vorgelegt werden.

Die insgesamt 44 000 Solarmodule erzeugen eine Spitzenleistung von rund zehn Megawatt. Sie soll ausreichen, um mehr als 3000 Vierpersonen-Haushalte mit Öko-Strom zu versorgen. Auch der Platz, den die Anlage benötigt, ist bemerkenswert. Um die Module zu installieren, sind etwa 75 000 Quadratmeter notwendig.

Anders ausgedrückt: Mehr als zehn Fußballfelder braucht man, um die Anlage unterzubringen. Errichtet wird sie an zwei Hanglagen der Nivelsteiner Sandwerke, die beide in 30 Jahren nicht mehr benötigt werden. Der Betrieb der Photovoltaikanlage ist auf diesen Zeitraum begrenzt. Nach Ablauf soll die Anlage zurückgebaut und das Gelände rekultiviert werden.

Der Zeitplan ist straff: Bereits am 30. Juni sollen die Arbeiten beendet sein und die Anlage ans Netz gehen. Deshalb wurde schon mit den Baggerarbeiten begonnen, bevor das Planungsrecht abschließend auf den Weg gebracht worden ist. Freiland-Photovoltaikanlagen gehören planungsrechtlich nicht zu privilegierten Vorhaben im Außenbereich.

Damit sie genehmigt werden, ist deshalb ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan erforderlich. Zudem muss der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden. Sowohl dieser als auch der Bebauungsplan werden derzeit noch öffentlich ausgelegt. Die Investoren hoffen auf endgültiges Baurecht bis Anfang Mai.

Von öffentlicher Seite blieb das Vorhaben bisher weitestgehend von Kritik verschont. Bei der Bürgerversammlung zur Änderung des FNP wurden hauptsächlich interessierte Fragen beantwortet.

Verständlich, schließlich verspricht das Prestige-Projekt, die Umwelt zu entlasten. Nach EWV-Angaben beträgt das CO2-Einsparpotenzial jährlich über 5500 Tonnen. Sogar für die Uferschwalbe, die im Baugebiet brütet, werde ein Ausgleichshang geschaffen.

Vor größere Probleme sieht sich die Investorengemeinschaft allerdings durch die Bundesregierung gestellt. Diese hat beschlossen, die Solarförderung ab 1. April um bis zu 30 Prozent zu kappen. Ob das Projekt von der Kürzung betroffen sein wird, hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt sie in Kraft tritt.

„Wir prüfen zurzeit mehrere Optionen, damit die Anlage auch nach den neuen Bedingungen wirtschaftlich wird”, erklärt EWV-Vertriebsleiter Axel Kahl. Und der Geschäftsführer der Nivelsteiner Sandwerke, Charles Russel, versichert: „Die Photovoltaikanlage wird aber auf jeden Fall gebaut.”

Spitzenleistung im Solarpark Inden bei 3,9 MW

Nordrhein-Westfalens bislang größter Solarpark liegt in Inden im Kreis Düren. Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde er offiziell in Betrieb genommen. Seine Spitzenleistung liegt bei 3,9 Megawatt (MW).

Bereits seit Mitte Oktober 2011 versorgen die 16 236 Solarmodule 1000 bis 2000 Haushalte.

Die Freiflächenanlage hat knapp zehn Millionen Euro gekostet und erstreckt sich auf rund zehn Hektar der ehemaligen Hausmülldeponie des Kreises Düren.

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