Gründerinnen geben der Stimme Power

Von: Thorsten Karbach
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Ihre Geschäftsidee aus dem AC2-Wettbewerb hat Gestalt angenommen: Astrid (links) und Ina Hagenau haben Stimmste?! erfolgreich gegründet. Foto: Steindl

Düren/Hannover. Wären Astrid und Ina Hagenau in diesen Tagen auf der Hannover Messe, der weltgrößten Industriemesse, unterwegs, sie hätten für die Damen und Herren an den Messeständen eine Menge guter Tipps dabei: Lächeln, na klar! Nicht hängenlassen, und dies buchstäblich, denn ist die Körperhaltung gut, dann bleibt es auch die Stimme.

Und geredet wird viel auf so einer Messe.

Astrid (30) und Ina (34) Hagenau sind zwei Gründerinnen aus der Region. Gemeinsam haben die Schwestern am Rand Dürens das Institut für Stimme und Persönlichkeit Stimmste?! aufgebaut. Astrid Hagenau ist Logopädin und Fachtherapeutin Stimme, ihre Schwester ausgebildete Sängerin, Stimmtrainerin und Gesangsdozentin. Mit ihrer Firma bieten sie Stimm- und Persönlichkeitstraining insbesondere für Geschäftsleute an – oder wie es heutzutage heißt: für den Businessbereich.

Vor einem Jahr hatten sich 116 Projekte beim regionalen Businessplanwettbewerb AC2 beworben. Der Wettbewerb wird von der Gründerregion Aachen angeboten und erfreut sich enormer Beliebtheit. Neben Preisgeld erwartet die erfolgreichen Teilnehmer vor allem eines: intensives Coaching.

Solche Gründerwettbewerbe gibt es mittlerweile landab landauf zuhauf. Bewertet wird auch beim AC2-Wettbewerb am Ende nicht mehr als ein Businessplan. Was dann folgt, entzieht sich meist dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Es gibt auch keine umfassenden Statistiken, wie viele erfolgreiche Unternehmen am Ende entstehen – und sich mit ihrer Geschäftsidee behaupten können. Aber es gibt am Ende Geschichten wie die von Astrid und Ina Hagenau.

Wenn die Stimmste?!-Schwestern an den AC2-Wettbewerb zurückdenken, dann bleibt da mehr als die bloße Platzierung unter den besten Zehn. „Wir konnten durch unsere Teilnahme am Wettbewerb auf ein riesiges Netzwerk bauen“, berichtet Ina Hagenau. Und auch der Weg zum Startkapital war auf einmal geebnet. „Dabei hätten wir uns hier auf einen Marathon eingestellt.“

In Rekordzeit konnten die Voraussetzungen für den Start von Stimmste?! geschaffen werden. Dass sie Stimmtraining nicht ohne Persönlichkeitsentwicklung anbieten würden, war von vornherein klar. Spätestens nach den Testseminaren in der Eifel, an deren Ende der Entschluss stand, aus den bisherigen Jobs auszusteigen und gemeinsam ein Unternehmen aufzubauen. Ihre Kunden sind Architekten, Anwälte, Unternehmen, auch Teamleiter aus Kindergärten und Gebärdensprachendolmetscher.

Eben Menschen, die viel sprechen müssen. Für all diese Menschen gilt eine Untersuchung, die Astrid Hagenau immer präsent hat. „87 Prozent der Wirkung unser Sprache bei einem Telefonat erzeugen wir über die Stimme, 13 Prozent über den Inhalt“, sagt sie. Im direkten Kontakt macht der Inhalt sieben Prozent, die Körpersprache 55 Prozent und die Stimme 38 Prozent der Wirkung aus. „Gefühle sind in der Stimme sofort zu hören“, betont Ina Hagenau.

Überzeugung und Ehrlichkeit

Letztlich geht es um Überzeugung und Ehrlichkeit, die mit der Stimme transportiert werden sollte. Die Hannover Messe ist dafür ein gutes Beispiel. Der aufgesetzte Verkäufer kann kaum mehr punkten. Unternehmen haben dies erkannt. Es wird zunehmend am Auftritt der Mitarbeiter gearbeitet. „Angst vor öffentlichen Auftreten ist völlig normal, haben oft eine Ursache in der Persönlichkeit, an der man arbeiten kann“, sag Ina Hagenau.

Und dann gibt es immer ein paar Tipps: der Stimme Pausen geben, viel Wasser trinken, Schultern, Nacken und Bauch eine Entspannung gönnen, auch mal herzhaft gähnen – wenn kein Kunde da ist natürlich. Das sind einleuchtende Empfehlungen. „Es ist förderlich, eine königliche Haltung anzunehmen. Und eine bewegte Gestik unterstützt die Stimme zusätzlich“, erläutert Astrid Hagenau. Das könne man gut vor dem Spiegel trainieren. Astrid und Ina Hagenau machen dies immer wieder.

Die Gründerinnen wollen Begeisterung in der Stimme derer wecken, mit denen sie arbeiten. Begeistert erzählen sie davon und von ihren Plänen und Visionen: der Familienhof Haus Hardt am Rande Dürens, dessen Mauern aus dem 18. Jahrhundert stammen, soll in ein Seminarzentrum umgebaut werden. Dann soll sich für Firmen von nah und fern in der Scheune des Vierkanthofes alles um Stimme, Sprache und Körpersprache drehen.

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