Großes Buhlen um Absolventen

Von: Mischa Wyboris
Letzte Aktualisierung:
bonding-bu
Werbung in eigener Sache: Udai Saddiq im Gespräch mit Sabic-Mitarbeiterin Viktoria Bast. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Udai Saddiq verschlägt es nicht so schnell die Sprache. Sein Niederländisch ist nicht schlecht, sein Deutsch ist gut, sein Englisch besser, sein Arabisch und Kurdisch hervorragend.

Warum der Iraker, der seit zehn Jahren in Aachen lebt und in Krefeld Mechatronik studiert hat, nach 72 Bewerbungen in den vergangenen drei Monaten noch keinen Stelle gefunden hat, ist ihm ein Rätsel. Bei der Bonding-Messe auf dem Aachener Bendplatz will er das ändern - und er hat gute Chancen.

„Es heißt immer, es gibt großen Bedarf an Fachkräften”, sagt der 34-Jährige. Das kann Ruth Cremer aus dem Team der Messeleiter nur bestätigen.

„Besonders im Bereich Maschinenbau und Fahrzeugtechnik ist spürbar, dass die Wirtschaft wieder anzieht. Einige Unternehmen, die im vergangenen Jahr wegen Einstellungsstopps und Budgetkürzungen ihre Teilnahme absagen mussten, sind jetzt wieder dabei.”

276 Unternehmen bieten in diesem Jahr rund 20.000 offene Stellen an, darunter auch Betriebe aus England, Irland, Polen und Frankreich, Anfragen aus Korea und Dubai kamen zu kurzfristig. Jeden Tag besuchen rund 5000 Studenten und Absolventen die Firmenkontaktmesse, die vor 23 Jahren in Aachen gegründet wurde.

Vor einem Jahr sah das Bild noch anders aus. 2009, als die Wirtschaftskrise das Land und seine Unternehmer noch fest im Griff hatte, waren weitaus weniger Betriebe vor Ort. Entsprechend wenige Stellen waren zu besetzen.

Alles Schnee von gestern. „Wir haben in diesem Jahr 300 Stellen zu besetzen und suchen dringend Software-Entwickler”, sagt Renate Wilde, Personalreferentin bei Capgemini. Insbesondere mittelständische Betriebe haben zusehends Schwierigkeiten, Absolventen zu finden.

Im dritten Jahr bei der Bonding-Messe beobachtet Susanne Gansweid, Personalerin bei der Goldbeck GmbH, dass der Bewerbungszulauf von Jahr zu Jahr weniger werde. „Die Bewerber können wieder viel mehr aussuchen, wohin sie gehen.”

Die bessere Wirtschaftslage als Fluch und Segen? Viele Studenten haben auch gar nicht mehr den Bedarf, auf solche Messen zu gehen”, vermutet Meike Hilscher, Personalerin bei Tesa.

„Wir merken sehr deutlich den Fachkräftemangel”, sagt Messeleiterin Cremer. „Mit Zielstrebigkeit und Einsatzwillen sind die Chancen doch recht gut, direkt nach dem Studium eine gute Stelle zu finden.” Bei den guten Aussichten dürfte es selbst Udai Saddiq kurz die Sprache verschlagen.

Noch bis 1. Dezember sind die Pforten der 23. Bonding-Messe in der Gründungsstadt Aachen auf dem Bendplatz von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. 276 Firmen geben auf 4500 Quadratmetern Auskunft zu rund 20.000 offenen Stellen für Absolventen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert