Aachen/Maastricht - „Große Chancen des Maastricht Aachen Airport nutzen“

„Große Chancen des Maastricht Aachen Airport nutzen“

Von: Berthold Strauch
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An der Entstehung des MAA beteiligt: IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. Foto: Andreas Herrmann

Aachen/Maastricht. Der Anschluss der Region ans internationale Luftverkehrsnetz wird immer besser. Dafür sorgt der „Hausflughafen“ Maastricht Aachen Airport (MAA). Dieses Jahr soll es im Süden der niederländischen Provinz Limburg kräftig Aufwind geben. Dafür wollen zwei Fluggesellschaften mit einem breiten Angebot an Destinationen sorgen: Europas größter Passagier-Carrier Ryanair und der Newcomer Maastricht Airlines.

Diese großen Chancen dürfe sich die Region nicht entgehen lassen, mahnt einer, der sie kennt wie kein anderer in ähnlicher Funktion: Jürgen Drewes. Bereits seit 36 Jahren ist er bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen tätig, davon 16 Jahre als Hauptgeschäftsführer.

Drewes war vor 20 Jahren daran beteiligt, dass Aachen auf der Luftfahrt-Weltkarte auftauchte. Als Stellvertreter von Otto Eschweiler, damals Chef der IHK, zog er mit die juristischen Fäden, dass sich die Kammer als Mitgesellschafter auf dem niederländischen Flughafen engagieren konnte. Am 27. Oktober 1994 war es nach langem Ringen so weit: „Aachen hat ,seinen‘ Airport“, titelte unsere Zeitung.

Warum die IHK beim MAA einstieg, dazu sagt Drewes: Investoren hätten seinerzeit betont, dass die Nähe zum Maastrichter Flughafen „ein interessanter Standortfaktor“ sei. 1994 habe die Kammer den Betreibern ein Darlehen von umgerechnet rund 25 000 Euro gewährt – geknüpft an die Bedingung, dass der Airport auch Aachen im Namen trage und die IHK Gaststatus im Aufsichtsrat erhalte. Drewes: „Beides wurde erfüllt.“

Was die von der IHK vertretenen Firmen der Region davon haben, dazu der scheidende Hauptgeschäftsführer, dem am 1. April Michael F. Bayer nachfolgt: Durch die Namensänderung sei der Flughafen „wesentlich stärker ins Bewusstsein“ gerückt. Als Vorzüge nennt er „kurze Anfahrtszeiten, kurze Wege im Flughafen, gute Parkmöglichkeiten und überschaubare Abfertigungszeiten“.

Drewes verweist auf eine „intensive Zusammenarbeit“ mit den MAA-Betreibern. Auf die Entwicklungen dort habe Einfluss genommen werden können, indem die Kammer „die Wünsche unserer Mitgliedsunternehmen vorgetragen“ habe. Dass Fluglinien von Maastricht nach Berlin und München zustande kamen, sei auch Resultat dieser Gespräche gewesen.

Laut Drewes hätten sich die Erwartungen „absolut erfüllt: Unsere Zusammenarbeit ist so nachhaltig, dass wir, obwohl wir keinen Gaststatus mehr im Aufsichtsrat haben, sehr gute Kontakte zum Flughafen unterhalten. Dadurch können wir die Interessen der Unternehmen immer noch gut platzieren.“

Er begrüßt, dass der MAA weiterentwickelt werden soll. Jede zusätzliche Verbindung mache den Airport „attraktiver, stärkt seinen Stellenwert in der Infrastruktur und bildet damit einen entscheidenden Standortfaktor für Unternehmen“. Der Flughafen werde von deutschen Passagieren auch deswegen angenommen, weil er viele wirtschaftlich interessante Ziele in Europa anbiete. Im deutschen Markt gebe es „noch ein erhebliches Potenzial auszuschöpfen, auf das das Marketing reagieren muss“, fordert der IHK-Chef nachdrücklich.

Der Erfolg von neuen Verbindungen sei auch „davon abhängig, wie sehr es gelingt, Passagiere aus den Regionen der Zielflughäfen zu gewinnen“ – also überall in Europa, wo Ryanair-Flugzeuge Passagiere absetzen, meist Spanien, Portugal oder Italien, Menschen für die Aachener Region zu begeistern, dass sie hierher reisen wollen. Um bei diesem Werben erfolgreich zu sein, plädiert der IHK-Chef für „gemeinsame Aktivitäten der größeren Städte der Euregio im Verbund mit der Eifel“, um attraktive Angebote für die Gäste zu bieten.

Nach Drewes‘ Kenntnis werden Billigflieger in zunehmendem Maße für Geschäftsreisen gebucht. „Mit Barcelona, Dublin, London und Mailand sind wichtige europäische Wirtschaftszentren direkt an den Maastricht Aachen Airport angebunden.“ Das könnten Ryanair und MAA „den Unternehmen der Region deutlich machen“, fordert er wirksame Marketing-Aktionen. Magazin

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