Aachen - Für verschiedene Szenarien gewappnet sein

Für verschiedene Szenarien gewappnet sein

Von: Max Geißlerund Horst Biallo
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Wenn Krisenstimmung herrscht:
Wenn Krisenstimmung herrscht: Wo gibt es derzeit die besten Zinsen? Unser Beitrag gibt dazu wertvolle Tipps. Foto: imago/Emil Umdorf

Aachen. Die Krisenstimmung veranlasst deutsche Sparer, verstärkt auf Sicherheit zu setzen. Laut einer Forsa-Umfrage bevorzugt jeder Dritte inzwischen verzinste Bankprodukte. Besonders hoch im Kurs: Tages- und Festgelder. Allerdings drücken Euro-Krise und sinkende Konjunkturdaten auf die Zinsen.

Die Renditen für langfristige Termingelder sind bereits seit Monaten rückläufig, jetzt hat der Abwärtstrend mittelfristige Festgelder und Sparbriefe erfasst.

Laut Zins-Index des Finanzportals biallo.de sank die Durchschnittsverzinsung für dreijährige Festgelder seit August um einen Viertelprozentpunkt - und erreicht nur noch 2,2 Prozent. Welche Anlagestrategie verhindert rückläufige Renditen?

Flexibel anlegen:„Anleger sollten für verschiedene Szenarien gewappnet sein”, rät Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale Nürnberg. Da die Zinsentwicklung nur schwer vorhersehbar ist, sei Flexibilität wichtig. Der Geldexperte empfiehlt eine Kombination aus kurz- und mittelfristigen Termingeldern: „Ein Viertel auf Tagesgeld, die restlichen 75 Prozent gleichmäßig auf ein-, zwei, und dreijährige Festgelder verteilen.” Dadurch werde jedes Jahr aufs Neue Geld frei, das man bestmöglich wieder anlegen könne. Von langen Laufzeiten rät der Verbraucherschützer trotz meist höherer Verzinsung ab, weil Anleger dann gebunden sind und bei steigenden Inflationsraten nicht von besseren Konditionen profitieren können.

Rendite:Top-Renditen bieten derzeit dreijährige Festgelder. So schreibt bei deutscher Einlagensicherung die IKB vier Prozent Zinsen jährlich gut, bei der Bank11 gibt es 3,75 Prozent. Die Erträge liegen deutlich über der aktuellen Inflationsrate von 2,60 Prozent. Bei zweijähriger Anlagedauer winken Renditen deutlich über drei Prozent, etwa bei der estnischen Bigbank (3,45 Prozent), der Community-Bank Fidor (3,40 Prozent), der österreichischen Autobank (3,37 Prozent) oder der Credit Europe Bank (3,35 Prozent).

Für zwölfmonatiges Festgeld können Sparer mit drei Prozent Zinsen rechnen, etwa bei der Bank of Scotland oder der SKG Bank. Variable Tagesgeldkonten reichen vereinzelt inzwischen fast an drei Prozent heran. Unter dem Strich ermöglicht der Laufzeiten-Mix eine Rendite von über drei Prozent.

Fallstricke: Damit die erhoffte Rendite Realität wird, sollten Sparer die Nebenbedingungen beachten. „Im Gegensatz zu Festgeldern zahlen viele Tagesgeldanbieter hohe Lockzinsen nur für Neukunden”, bemängelt Hommel. Bestandskunden müssten sich häufig mit weniger Zinsen zufrieden geben.

In Krisenzeiten hat Kapitalsicherheit Priorität. Bei großen Beträgen sollten Sparer auf deutsche Einlagensicherung achten. Dann sind neben 100 000 Euro gesetzlicher Absicherung die Einlagen über den Einlagensicherungsfonds oft zusätzlich in Millionenhöhe abgesichert. Um Renditeeinbußen zu vermeiden, sollte man sich vor dem Abschluss des Festgeldvertrags informieren, was nach Sparende mit dem Geld geschieht. Manche Banken legen es automatisch für die gleiche Zeitspanne zu den dann gültigen Konditionen wieder an, andere überweisen es auf das unverzinste Girokonto. In beiden Fällen lauern Zinsverluste. Ärger ist programmiert, wenn Bankkunden ihr Erspartes dringend benötigen, die Bank es aber erneut fest angelegt hat. Termingelder schließen eine vorzeitige Kündigung aus. Tipp: Vereinbaren Sie bereits bei Vertragsabschluss, was am Laufzeitende mit dem Geld geschehen soll.

Kosten und Steuern:Tages- und Festgelder sowie Sparbriefe sind gebührenfrei. Guthabenzinsen werden jährlich ausgeschüttet oder sammeln sich bis Sparende an. Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidarzuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dank des Sparerpauschbetrags bleiben 801 Euro pro Person und Jahr von der Abgeltungsteuer verschont. Tipp: Clevere Sparer verlagern Zinszahlungen auf Zeitpunkte, an denen kaum anderweitige Kapitalerträge anfallen.
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