Für Schwarzmalerei hat das Handwerk keinen Platz

Von: André Schaefer
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Handwerk und Kirche lagen bei der Vollversammlung nah beieinander: (v.l.) Kammerpräsident Dieter Philipp, Aachens Bischof Helmut Dieser und Hauptgeschäftsführer Peter Deckers. Foto: Handwerkskammer

Aachen. Dieter Philipp ist gelernter Malermeister. Für Schwarzmalerei hat der Präsident der Handwerkskammer Aachen aber nichts übrig. Klar, schlechte Aussichten für das Handwerk gibt es genügend: Das fängt beim Fachkräftemangel an, das hört bei den Folgen des demografischen Wandels auf.

Aber Philipp stellt lieber die Stärken des regionalen Handwerks heraus. So tat er es auch am Mittwoch bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Kammer.

Der Puls des Handwerks schlage kontinuierlich, und das trotz aller weltweiten Risiken und Turbulenzen, sagte Philipp. Die Konjunktur sei gut, rund 86 Prozent der regionalen Betriebe hätten laut Konjunkturumfrage gute oder befriedigende Geschäftsergebnisse gemeldet. „Unsere Prognosen sagen uns, dass es auf diesem Niveau weitergehen wird.“ Und dennoch – auch das gehört zu Vollversammlungen dazu – nutzte der Kammerpräsident die Gelegenheit, die Politik in die Pflicht zu nehmen. Wenige Tage vor der NRW-Landtagswahl und gut vier Monate vor der Bundestagswahl ist das kein zufällig gewählter Zeitpunkt. „Für erfolgreiches Wirtschaften sind wir natürlich auch auf gute Regierungsarbeit angewiesen“, sagte Philipp. „Denn wenn es zum Beispiel um Beschäftigung von jungen Menschen, Flüchtlingen und Geringqualifizierten geht, dann muss die Politik uns Hilfeleistung geben.“

Doch weil 2017 nicht nur das Jahr der NRW-Landtagswahl und Bundestagswahl ist, sondern auch das Reformationsjahr, hatte am Mittwoch Aachens neuer Bischof Helmut Dieser die Ehre, das Grußwort im Aachener Krönungssaal zu sprechen. Er, Dieser, komme selbst aus einer Schreinerfamilie., erzählte er. „Der wird kein Schreiner“, hätten seine Eltern allerdings einst über ihn gesagt. Doch das Handwerk liege ihm nach wie vor am Herzen. „Es sind die Handwerker, die mit ihren Händen etwas schaffen. Sie sind es, die die Welt bewohnbar machen, sie schaffen Heimat“, sagte Dieser. „Die Parallelen zur Religion sehen wir zudem daran, dass in der Bibel von Jesus dem Zimmermann gesprochen wird. Die Geschichte des Handwerks ist also eine sehr lange.“

Damit diese Geschichte – besonders in der Region – erfolgreich weitergeschrieben werden könne, müsse man zusammenrücken, sagte Kammerpräsident Philipp. „Grenzüberschreitendes Wirtschaften funktioniert nur mit einer gut aufgestellten Region. Erste Anzeichen für eine Erosion erfülle ihn etwa mit dem Rückzug des Kreises Heinsbergs aus der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) mit Sorge. Umso wichtiger sei also die Kooperation der Handwerkskammer Aachen mit der Metropolregion Rheinland. Philipp: „Wir sehen darin gute Chancen für unsere regionale Entwicklung.“

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