„Freie Fahrt“: Präsident Bert Wirtz fordert Entlastungen für die Wirtschaft

Von: hjd
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Die Wirtschaft „hat geliefert“: IHK-Präsident Bert Wirtz. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wer „freie Fahrt auf neuen Wegen“ haben will, muss Hindernisse beseitigen. Und so war der Arbeitsauftrag, den Bert Wirtz am Dienstag bei der Jahresvollversammlung der Industrie- und Handelskammer Aachen in Richtung Politik formulierte, eindeutig.

Im Zentrum standen dabei einige „Dauerbrenner“, die die Wirtschaft in der Region seit einiger Zeit ausbremsen: hohe Gewerbesteuer, langsames Internet in manchen Regionen und marode Verkehrswege.

Dass viele Kommunen die Gewerbesteuer oder die Grundsteuer B noch weiter angehoben hätten, gefährde die „Standortqualität“, ermahnte der IHK-Präsident die Bürgermeister unter den rund 400 Gästen im Krönungssaal des Aachener Rathauses. NRW bleibe damit das teuerste Flächenland. In Sachen Verkehrspolitik bemängelte er, dass beim Bund offenbar immer noch nicht angekommen sei, dass NRW das „Transit-Land Nummer eins“ sei. Prominentestes Beispiel für diese „geringe Beachtung in Berlin“: das fehlende Teilstück der A 1 in der Eifel. „Durch den Lückenschluss könnten betroffene Fahrzeuge pro Jahr anderthalb Millionen Stunden Zeit einsparen und gut 3000 Tonnen Kraftstoff“, rechnete Wirtz vor – „mehr als die Umweltzonen aller NRW-Städte zusammen erreichen können“. Daneben müssten auch die Schienenverbindung zwischen Aachen und Köln und das Güterverteilzentrum am Industriekreuz Eschweiler/Weisweiler endlich angegangen werden.

Die Wirtschaft habe trotz zahlreicher Krisen „immer wieder geliefert“, sagte Wirtz. Sie fülle die Steuerkassen, beschäftige so viele Mitarbeiter wie nie zuvor und halte die Ausbildungszahlen konstant. Mehr als 4500 eingetragene Ausbildungsverhältnisse im Kammerbezirk bedeuteten eine Steigerungsrate von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – Spitze in NRW. Um dies weiter leisten zu können, seien „unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen, Innovationen, gute Fachkräfte und mutige Gründer“ notwendig.

Apropos Fachkräftemangel: Die Flüchtlinge würden den Mangel nicht beseitigen, könnten jedoch langfristig einen Beitrag zur Lösung des Problems leisten, sagte Wirtz. Integration sei eine Pflichtaufgabe für beide Seiten: „Wer Teil unserer Gemeinschaft sein möchte, muss unsere Sprache lernen und unsere Werte teilen. Und der Staat muss dafür sorgen, dass er handlungsfähig bleibt.“ Auch die Unternehmen seien bereit, ihren Beitrag zu leisten. Dazu bräuchten sie aber Planungssicherheit: „Wer hier eine Ausbildung beginnt, muss sie auch beenden dürfen – unabhängig vom Aufenthaltstitel. Hier muss die Politik klare Regelungen schaffen.“

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