Firmen der Region haben Krise vergessen

Von: Ulrich Kölsch
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Aachen. „Alle Ampeln stehen auf grün. Wir befinden uns in einem deutlichen Aufschwung”. Zu diesem Ergebnis kam Jürgen Drewes nach Auswertung der Konjunkturumfrage der Industrie und Handelskammer Aachen (IHK). „Die Wirtschaft hat sich von der Krise erholt. Alle fundamentalen Daten weisen nach oben”, ergänzte der IHK-Hauptgeschäftsführer fast euphorisch.

In der Tat bezeichneten zwei Fünftel der 320 regionalen Unternehmen mit insgesamt 40.000 Beschäftigten ihre aktuelle Lage und auch die Geschäftserwartungen als gut. Damit erreiche das Konjunkturklima bereits wieder Werte aus dem zurückliegenden Aufschwung, stellte die Kammer am Mittwoch fest.

Offenbar hat der Aufschwung und die gute Stimmung alle Branchen von der Industrie bis zu den Dienstleistern erfasst. Besonders deutlich kamen die Signale allerdings aus dem industriellen Sektor: Jedes dritte Unternehmen berichtet dort von einer guten Lage, nur jede siebte Firma schätzt die Geschäftssituation als schlecht ein. Bei der Hälfte der Unternehmen sind die Umsätze in den letzten sechs Monaten gestiegen. Dazu passt auch, dass die Kapazitätsauslastung sich auf 77 Prozent erhöhte - zum dritten Mal in Folge. Damit liegt sie nur knapp unter dem langjährigen Durchschnittswert von 79 Prozent. Jeder dritte Industriebetrieb vermeldete sogar eine Auslastung von über 85 Prozent.

Besonders gut war die Geschäftslage im Bereich der Metallerzeugung, bei den Herstellern von Gummi-Êund Kunststoffwaren und im Ernährungsgewerbe.

Von den Dienstleistungsunternehmen im Kammerbezirk meldeten 44 Prozent eine gute Geschäftslage, während sich 13 Prozent unzufrieden zeigten. Vier Fünftel der Befragten berichteten über eine verbesserte Ertragslage, und 45 Prozent erzielten höhere Umsätze gegenüber der letzten Umfrage im Herbst. Allerdings verzeichnete ein Fünftel der Betriebe eine verschlechterte Ertragslage, und bei knapp einem Drittel waren die Umsätze gesunken.

Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich die Lage im Handel deutlich gebessert. Vier Fünftel der Unternehmen bewerteten die Geschäftslage mit gut und nur fünf Prozent waren unzufrieden.

Weniger gut sah es im Baugewerbe aus: 37 Prozent der Firmen berichteten über eine gute Geschäftslage, allerdings klagten auch 17 Prozent über schlechte Geschäfte - so viel wie in keinem anderen Wirtschaftssektor.

Deutliche Impulse kamen in den letzten Monaten vor allem im industriellen Bereich durch den Export, der sich damit wieder zum Motor des Aufschwungs entwickeln kann. Traditionell war die Ausfuhr in der Region Aachen immer besonders stark und erreichte im Jahr vor der Krise einen Umsatzanteil von rund 48 Prozent.

In den vergangenen sechs Monaten konnten 43 Prozent der Unternehmen ihre Auslandsumsätze steigern - 24 Prozent meldeten Rückgänge. Insgesamt überwiegt der Optimismus: Vier von zehn Betrieben rechnen mit einem zunehmenden Auslandsgeschäft. Belebungstendenzen sah Drewes auch auf dem Arbeitsmarkt, der sich gegenüber dem Vorjahr verbessert habe, wobei die Arbeitslosenquote unter dem Landesdurchschnitt liege. Jeder fünfte Betrieb rechnete mit einem Personalaufbau, während jeder siebte von einem Beschäftigungsrückgang sprach. „Damit sind die Personalplanungen erstmals seit dem Frühjahr 2008 überwiegend positiv”, stellte Drewes zufrieden fest.
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