Expo Real: Entwickler aus Aachen zeigen ihre Projekte

Von: Robert Esser
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Aachen. In den Aachener Koffern nach München schlummern Projekte im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Ab Mittwoch avanciert die Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München – wie jedes Jahr zum Ende des Oktoberfestes – für drei Tage zum Nabel der weltweiten Baubranche.

Nur ein paar Kilometer von der Wiesn entfernt, auf dem ehemaligen Flughafengelände der bayerischen Landeshauptstadt. Mehr als 1900 Unternehmen, Städte und Regionen aus 35 Ländern präsentieren ihre Vorhaben in Hallen so groß wie Dutzende Fußballfelder und suchen Partner, vor allem Investoren.

27 Partner an der Isar gebündelt

Mittendrin zeigen auch hiesige Entwickler und Wirtschaftsförderer am Gemeinschaftsstand „aachen 1a“ ihre Projekte – und konkurrieren mit Anbietern aus Fernost, Berlin und Los Angeles. 27 Partner – aus Aachen, Heinsberg, Düren, Vaals, Parkstad Limburg und der Provinz Lüttich – bündelt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen an der Isar.

„Es ist toll, dass alle drei Länder dabei sind. So machen wir nicht nur Werbung für unsere einzelnen Projekte, sondern auch für die Euregio als Ganzes“, sagt IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting. Aber er macht auch klar, dass in Aachen dringend neue Gewerbeflächen benötigt werden. Und dass die Politik hier schnellstmöglich Weichen stellen muss.

Mit welchen Neuigkeiten will die Region Aachen angesichts der globalen, vielfach deutlich prominenteren Konkurrenz die Blicke auf sich ziehen? Zum Beispiel mit sogenannten „Mixed-Use-Immobilien“: Im Herzen Aachens, gegenüber des Theaters, hat die Landmarken AG gerade gewaltige Häuserblöcke und ein Kino abgerissen.

Rechts, links und über der denkmalgeschützten Fassade der ehemaligen Dresdner Bank entstehen ein Motel One, ein hochmoderner Bürokomplex sowie ein „Mikro-Apartment“-Ensemble für studentisches Wohnen. 55 Millionen Euro werden allein hier investiert. „Der Aachener Gemeinschaftsstand ist ein Muss für viele Messebesucher und deshalb für uns der ideale Ort, um Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen“, erklärt Landmarken-Vorstandsvorsitzender Norbert Hermanns. Auf der Expo erwartet man Zehntausende Besucher.

Projekt „Campus Wohnen“

Das Thema „Belebung von Innenstädten“ bewegt auch die Aachener Immobiliengesellschaft mbH. Sie plant an der Flanke der riesigen Einkaufsmall Aquis Plaza mehrere tausend Quadratmeter Wohn- und Handelsfläche in der unteren Adalbertstraße. Derzeit vergammeln dort reihenweise leerstehende Schrottimmobilien am Ende der meistfrequentierten Fußgängerzone Aachens. In München könnte die Entwicklung – womöglich durch einen potenten Partner, Mieter oder Käufer – entscheidend vorangetrieben werden.

Mindestens so bedeutsam für die Hochschulstadt Aachen ist das Projekt „Campus Wohnen“ der Derichs und Konertz Projektentwicklung GmbH. Auf einem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück im Umfeld der RWTH soll in den kommenden Jahren eine Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen, Stadthäusern, einer Kindertagesstätte und Studentenwohnungen komponiert werden – eine Mammutaufgabe inmitten der Forschungs- und Entwicklungslandschaft der Campus-Areale: „West“, derzeit noch Zukunftsmusik, und „Melaten“.

Der Kontakt und der Austausch mit anderen Akteuren der Immobilienbranche steht auch für Dirk Schlun, Geschäftsführer der Schlun Immobilien Düren GmbH & Co. KG, im Vordergrund: „Ich erwarte gute Fachgespräche, einen erfolgreichen Diskurs und jede Menge Impulse für unsere Projektideen“, sagt er. Auf der Expo Real stellt er sein Projekt für die Südseite des Dürener Bahnhofs vor. Dort ist ein Gebäudekomplex aus Büroflächen, Wohnungen, gastronomischen Einheiten und einem Hotel auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern geplant. Das Investitionspaket wurde auf rund 55 Millionen Euro geschnürt. Ein erster Projektteil soll 2019 realisiert werden.

Manche Projekte dauern – wie etwa die Überplanung des Rotlichtbezirks Antoniusstraße mit dem Nikolausviertel in Aachen – noch Jahre, bei anderen geht es rasend schnell. Franz Jansen, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien GmbH S-Immo, kündigt zum Beispiel in Sachen neue Ein- und Mehrfamilienhäuser an: „Wir werden nach dem Jahreswechsel gemeinsam mit kommunalen Partnern mit der Erschließung von mehr als 250 Baugrundstücken in Alsdorf, Herzogenrath, Simmerath, Stolberg und Monschau beginnen.“ Während vor wenigen Jahren Kaufpreise von 3000 Euro pro Quadratmeter in der Aachener Innenstadt noch die Ausnahme bildeten, seien sie nun bereits in begehrten Nebenlagen Standard und überschritten in Toplagen stabil die 4000-Euro-Schwelle, sagt der Immobilien-Experte. So rückt das Umland stärker in den Fokus. Die Koffer sind gepackt.

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