EWV und Kommunen setzen gemeinsam auf „Green”

Von: -bst-
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Stolberg. Die Signale sind auf grün gestellt - oder, um es genauer und damit auf Englisch zu sagen: auf „Green”. Eine neue Gesellschaft mit diesem Namen wurde am Montag in Stolberg gegründet.

In der Unternehmenszentrale der Energie- und Wasser-Versorgung (EWV) setzten insgesamt 18 Gesellschafter von Simmerath bis Selfkant ihre Unterschriften unter ein Vertragswerk, das so grün sein will, wie es der Name verspricht.

Denn mit diesem Papier wurde der Weg freigemacht für ein ehrgeiziges Engagement insbesondere der Kommunen im regional weit verstreuten Versorgungsgebiet der EWV, für die Gewinnung von erneuerbarer Energie.

Erste konkrete Betreuungsprojekte, die teils bereits von EWV vorangetrieben wurden, sind fest im Blick zur Überführung an die Green GmbH. Dabei handelt es sich um die Installierung von vier Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden.

Die Pioniere dieser umweltfreundlichen Stromproduktion mit Hilfe der Sonne sind die Realschule I und die Regenbogenschule in Stolberg, das Berufskolleg in Simmerath und die Martinusschule in Baesweiler. Dabei handelt es sich um eine Gesamtinvestition in Höhe von 65.000 Euro.

Darüber hinaus plant die neue Gesellschaft weitere 20 bis 30 zusätzliche Photovoltaik-Dachanlagen im Laufe eines Jahres. Das erwartete Investitionsvolumen im ersten Geschäftsjahr wird mit sechs bis neun Millionen Euro beziffert.

Ferner sollen einige Freiflächenanlagen für Solarstromgewinnung näher betrachtet werden. Jährlich etwa 500 bis 1000 Haushalte zusätzlich sollen mit regenerativer Energie versorgt werden. Des Weiteren befasst sich das Team von Geschäftsführer Axel Kahl mit der Analyse potenzieller Windstandorte und entsprechenden Beteiligungsoptionen. Ebenso zählt die aktuelle Untersuchung mehrerer Biomasseprojekte, darunter auch etwa Hackschnitzelanlagen, zum vorgesehenen Aufgabengebiet. „Zeitnah” würden diese umgesetzt.

Der Bau dieser Anlagen soll im Übrigen unmittelbar in der Region erfolgen. Kommunen, die ihre Immobilien für Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen, profitieren auch von entsprechenden Pachteinnahmen. Das Schwergewicht liegt dabei natürlich auf der erhofften Einspeisevergütung.

Bislang, so Kahl, stammten 27 Prozent des verteilten Stroms aus erneuerbaren Quellen, womit die EWV über dem Bundesdurchschnitt liege. Kontinuierlich soll dieser Wert weiter gesteigert werden, sofern die Wirtschaftlichkeit gewährleistet sei. Überdies sei, so der Geschäftsführer, auch an eine finanzielle Beteiligung von Bürgern gedacht, denen eine „gesicherte Rendite” winke. Entsprechende Modelle müssten allerdings erst noch detailliert ausgearbeitet werden.

Zu den Gründungsgesellschaftern zählt die Stadt Alsdorf. Deren Bürgermeister Alfred Sonders machte deutlich, dass die Green GmbH angesichts der finanziellen Zwänge der Stadt überhaupt erst Investitionen in erneuerbarer Energie ermögliche, was zudem der Stadtkasse Erlöse sichere. Die Rolle der Kommunen als „Vorreiter” pries sein Roetgener Kollege Manfred Eis. Sie alle seien „gut beraten, hier einzusteigen. Und Ulrich Schuster, Bürgermeister von Inden, würdigte die Rolle von Green als „kompetenter Partner im Beratungs- und Betreuungsgeschäft”, was die Gemeinde aus eigener Kraft kaum schultern könne. Ferdi Gatzweiler, Bürgermeister von Stolberg und Aufsichtsratsvorsitzender der EWV, sprach angesichts der Green-Gründung gar von einem „Tag mit historischer Bedeutung”. Die Gesellschaft ist offen für weitere Partner.
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