Aachen - Energiewende, Infrastruktur und Fachkräfte bereiten Sorgen

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Energiewende, Infrastruktur und Fachkräfte bereiten Sorgen

Von: tka
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Aachen. Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Ebenso der in der Region – sagt Bert Wirtz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen. Passend dazu erklärte das statistische Bundesamt am Dienstag, dass Deutschlands Exporteure stark ins neue Jahr gestartet sind.

Im Januar lieferten sie Waren im Gesamtwert von 90,7 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 2,2 Prozent mehr als im Dezember 2013. Es ist nicht die erste gute Nachricht in diesem Jahr. Aber eitel Sonnenschein herrscht deswegen noch lange nicht bei den Unternehmern der Region, wie Wirtz bei der Jahresvollversammlung der IHK Aachen im Krönungssaal des Aachener Rathauses deutlich machte. Es gibt reihenweise Baustellen, die nicht nur die rund 400 anwesenden Unternehmer beschäftigen. Beispiele:

Energiewende: Nur zwei Prozent der Industriebetriebe im IHK-Bezirk waren 2013 von der Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage (EEG-Umlage) befreit. Doch für sie war diese Befreiung unerhört wichtig. „Hier geht es nicht um willkürliche Rabatte! Hier geht es um notwendige Entlastungen für einen essenziellen Wirtschaftszweig“, betont Wirtz.

Müsste die energieintensive Papierindustrie in Düren, Jülich und Euskirchen die EEG-Umlage in voller Höhe zahlen müssen, wäre das heikel. Wirtz sagt, die Region würde in diesem Fall viele Arbeitsplätze einbüßen. „Wir appellieren an die Politik, die Abgaben zu senken, die 50 Prozent des Strompreises ausmachen, und Innovationen zu fördern! Nur so kann unsere Industrie wettbewerbsfähig bleiben.“ In den Nachbarländern sei Strom bis zu 30 Prozent günstiger.

Infrastruktur: 1700 Bahn- und Straßenbrücken müssten saniert werden. „Damit sich unsere Region weiterentwickeln kann, müssen wir auf bessere Verkehrsanbindungen drängen“, erklärt Wirtz. Konkret: Gefordert wird der Ausbau der Autobahn 1 und das dritte Bahngleis zwischen Aachen und Düren. „Ein klares Signal zum Ausbau der gesamten Infrastruktur hätten wir dringend nötig.“

Pkw-Maut: Aufwand und Ertrag würden laut Wirtz in keinem Verhältnis zueinander stehen. Mehr noch: Er fürchtet, dass die Maut in der Grenzregion Gäste und damit Kunden verprellen würde.

Gewerbesteuer: In Aachen wurde sie um 30 Prozentpunkte erhöht, Herzogenrath schließt nicht aus, 2015 anzuheben. Die IHK Aachen hat sich mehrfach gegen diese Schritte ausgesprochen. Wirtz: „Wir als Unternehmer leisten bereits einen großen Beitrag für die Haushalte in der Region. Das ist in Ordnung, weil auch wir von den kommunalen Infrastrukturen und Leistungen profitieren.“ Aber mehr sei nicht in Ordnung.

Ausbildung/Fachkräfte: Rund 4500 Ausbildungsverträge wurden im vergangenen Jahr bei den Betrieben im Bezirk unterzeichnet. Das Verhältnis zwischen Ausbildungsplätzen sei ausgeglichen gewesen. Doch es werde immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden. Das ist nicht neu. Aber das Problem wird größer. Um den Bedarf an Fachkräften in Zukunft decken zu können, müssten die Unternehmen auch über die Grenzen hinweg ins Ausland blicken und von dort anwerben.

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