Eine zweite Aachener Firma setzt auf Elektroautos

Von: Thorsten Karbach
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Der Zweisitzer passte der Post nicht: Mit der Streetscooter-Entwicklung C16 startet der neue Aachener Elektroauto-Hersteller e-Go Mobile. Foto: Herrmann, Steindl
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Zudem wird die Firma das Max-e-Kart herstellen, das mit einem Pedelec-Motor rasant beschleunigt. Foto: Herrmann, Steindl
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Gründer der zweiten Aachener Elektroauto-Firma: Günther Schuh. Foto: Steindl

Aachen. Ein neuer Elektroautohersteller aus Aachen hat sich auf den Weg gemacht. Die e-Go Mobile AG trat am Wochenende durchaus überraschend an die Öffentlichkeit – während des Fußballspiels Alemannia Aachen gegen Rot-Weiß Essen, welches live im WDR-Fernsehen übertragen wurde, fiel eine entsprechende Bandenwerbung auf.

„Wir wollten ein Zeichen setzen“, erklärt nun der Gründer der e-Go Mobile AG, Günther Schuh. „Jetzt hat Aachen seine zweite Elektroauto-Firma.“ 

Er misst kaum 20 Zentimeter mehr als ein Smart und passte doch nicht in die Palette der Deutschen Post AG. Als die vor wenigen Wochen die Aachener Streetscooter GmbH übernahm, blieb ein Elektroauto außen vor. Der C16.

Ein sehr kleiner Kleinwagen, bei Streetscooter entwickelt und während seiner Entwicklung schon mal in großen Teilen in einem 3D-Drucker produziert. Am Potenzial des kleinen Flitzers hatte Günter Schuh nie gezweifelt, und als die Verträge zwischen der Deutsche Post AG/DHL und Streetscooter unterzeichnet waren, stand für den Streetscooter-Gründer fest: Dieses Auto kommt trotzdem auf den Markt. Schuh schied als Streetscooter-Geschäftsführer aus und gründete eine neue Firma: die e-Go Mobile AG ist nun die zweite Aachener Firma, die sich auf Elektrofahrzeuge spezialisiert.

„Wir sind sicher, dass wir den Markt treffen“, erklärt Schuh. Die Firma wird zunächst am Cluster Logistik auf dem RWTH Aachen Campus angesiedelt und die Entwicklung von drei Gefährten vorantreiben. Das Max-e-Kart ist eine Art Kettcar mit Pedelec-Motor und wurde bereits von einer anderen Gesellschaft vorangetrieben, deren Ursprung im Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen liegt. Dort ist Schuh einer der vier Direktoren. Der C16 wiederum wird einerseits als Microcar (eine besonders leichte, spartanische Ausgabe eines Automobils), vergleichbar mit einem Renault Twizy, andererseits in einer komfortableren Version weiterentwickelt.

Letztere soll samt Batterien 12.000 bis 14.000 kosten. „Wir werden nicht radikal günstig starten können“, sagt Schuh. Erst ab einer nennenswerten Stückzahl sei das Ziel, ein Elektroauto zum Preis von 10.000 Euro anzubieten, realistisch. Vor Ende 2016 ist das nicht zu erwarten. Zum Vergleich: Ein Smart mit Elektroauto kostet laut Hersteller samt Akku inklusive Mehrwertsteuer in der günstigsten Variante rund 24.000 Euro.

Schuh setzt mit e-Go Mobile statt auf den radikalen Preis zunächst auf den Spaßfaktor. „Elektroautos haben nichts mit Verzicht zu tun“, erklärt er. e-Go sei auch etwas für Egotypen. Das dritte Modell wird „Racer“ heißen und vor allem Spaß machen. „Damit kann ich jeden Porsche an der Ampel abhängen“, erzählt Schuh – der selber einen solchen Porsche fährt. Wann der Flitzer für jedermann zu kaufen sei, das konnte Schuh am Montag noch nicht beantworten.

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