Herzogenrath - Ein warmes Nest für junge Unternehmensgründer

Ein warmes Nest für junge Unternehmensgründer

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Am Anfang steht die Idee: So könnte ein Produkt funktionieren. So könnte ein Geschäft daraus werden.

Am wissenschaftlichen Institut kann sich der potenzielle Unternehmer schnell ausprobieren. Aus der Idee wird ein Plan, und dann - ist oft genug Schluss. Der Absolvent muss die Uni verlassen. Und damit auch die Institutsräume, die für die Umsetzung seiner Geschäftsidee so elementar wären. Die Karriere als Jungunternehmer endet, bevor sie überhaupt so richtig begonnen hat. Er entscheidet sich schließlich für einen sicheren Job bei einer großen Firma. Die gute Idee verpufft zum Rohrkrepierer.

Nicht selten geschehe so etwas, weiß Axel Friese. „Das ist ein Problem”, sagt der Geschäftsführer des Technologie Parks Herzogenrath (TPH). Doch er wollte es nicht dabei belassen. Junge Unternehmensgründer brauchen Unterstützung, ist er überzeugt. Daher stampfte Friese gemeinsam mit Partnern Co:Forward aus dem Boden, einen Business-Inkubator für technologie- und digitalbasierte Startups. Angesiedelt im TPH, soll er hochmotivierten Teams bei der Unternehmensgründung zur Seite stehen. „Gemeinsam durchstarten” steht auf den Co:Forward-Broschüren. Und das Rezept scheint aufzugehen.

„Co:Forward ist mehr als nur Raum und Infrastruktur”, sagt Friese. „Es geht um Know-how und Netzwerke.” Gerade letzteres - die Netzwerke - sind es, die für Startups, die mit frischen Ideen auf den Markt drängen, oft entscheidend sind. Können sie auf Menschen setzen, die an sie glauben, die ihre Pläne (finanziell) unterstützen? „Genau dort setzen wir mit unserem Mentoren-Programm an”, erklärt Friese. Zwölf solcher Mentoren sind bisher bei Co:Forward involviert, darunter das ehemalige Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, Christian W. Rother, als Experte für Finanzdienstleistungen, Professor Malte Brettel vom Gründerzentrum der RWTH oder Peter Selzer, Geschäftsführer des Zeitungsverlags Aachen.

Raus aus der Uni

Die erfahrenen Unternehmerpersönlichkeiten und Brancheninsider stehen den jungen Teams mit Rat und Tat zur Seite. Für Axel Friese ein wesentlicher Bestandteil von Co:Forward. Dazu finden Startups, die mitten in der (Vor-)Gründungsphase stecken, im TPH die perfekten Rahmenbedingungen. Der Business-Inkubator wird zum warmen Nest, in dem die Jungunternehmer ihre Ideen entwickeln und schnellstmöglich marktreif machen können. „Inkubation heißt Wärme geben”, sagt Friese. Genau das tue man im geschäftsübertragenden Sinne. Ein guter Nährboden für Unternehmen der Zukunft.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre gab es zahlreiche erfolgreiche Spin-offs der RWTH Aachen, die es schafften, sich am Markt zu etablieren. Doch in den vergangenen zehn Jahren gebe es laut Friese „nicht mehr die ganz großen Erfolgsgeschichten”. Mit Co:Forward sollen Startups nun nach ihren ersten erfolgreichen Gehversuchen im wissenschaftlichen Rahmen der Uni auch außerhalb Unterstützung erfahren.

„Ambitioniert” nennt Friese das Vorhaben Co:Forward. Vier Teams sind bereits in die Räume in Herzogenrath eingezogen (siehe Info-Box). Für maximal acht Startups sei Platz vorhanden, sagt der TPH-Geschäftsführer. „Gründen ist Teamsport”, nennt Friese eine wichtige Voraussetzung. Neben der Geschäftsidee, dem Business-Plan, komme es vor allem auf die Persönlichkeiten dahinter an: Mann und Frau, unterschiedliche gesellschaftliche und kulturelle Hintergründe - so sieht die ideale Konstellation aus. „Startups müssen sich heute sehr schnell internationalisieren”, weiß Friese. Der Wettbewerb endet längst nicht mehr an Ländergrenzen - auch nicht für Startups aus der Region.

Drei Co:Forward-Startups konnten die erste Finanzierungsrunde bereits erfolgreich abschließen. Darauf sind Friese und seine Partner stolz. Die Ideen wachsen sich zu Unternehmen aus, die funktionieren. Die Nestwärme hat offensichtlich gut getan.
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