Ein Tummelplatz für Licht-Künstler

Von: Christina Merkelbach
Letzte Aktualisierung:
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Lumiblade-OLED-Module von Philips in einer Designkonstruktion: Bewegt sich etwas vor ihnen, leuchten sie auf. Foto: Philips

Aachen. „Edge” ist keine Tischlampe wie jede andere. Sie sieht aus wie ein verbogenes Zickzack aus Metall. Ihr Licht ist ein weiches Schimmern, das sich auch nach Stunden nicht erhitzt und den Betrachter selbst dann nicht blendet, wenn er mitten hineinschaut. Und sie ist eine Lampe mit Untertitel.

Der lautet: „Die neue Lichttechnologie des 21. Jahrhunderts”. Weil das so ist, steht das Designerstück im „Lumiblade Creative Lab” (Lumiblade Kreativlabor), das der niederländische Technologieriese Philips am Freitag in seiner ehemaligen Aachener Bildröhrenfabrik eröffnet hat.

Ziel der neuen Kreativschmiede ist es, Fachleute aus der ganzen Welt mit den unterschiedlichsten schöpferischen Hintergründen zusammenzubringen. Gemeinsam sollen sie das große Potenzial von Organischen Leuchtdioden (OLED) erschließen.

„Das Lumiblade Creative Lab ist kein abstraktes Konzept”, sagt Kristin Knappstein, Leiterin Business Creation Philips Lumiblade. „Es ist eine echte Werkstatt, in der Experten aus den Bereichen Beleuchtung, Elektronik und Materialien zur Verfügung stehen, um Designer bei der Anwendungsentwicklung für OLED-basierte Produkte zu unterstützen.” Philips biete die Räume auch für Unternehmen an - sofern sie sich mit Beleuchtung beschäftigten. Es sei zum Beispiel möglich, erklärt Kristin Knappstein, dass Kreativabteilungen dort Workshops buchen. „Außerdem soll es ein Tummelplatz für Designstudenten und kreativen Nachwuchs sein.”

Im Zusammenhang mit seiner Entwicklung von OLED-Bildschirmen forscht Philips schon seit 1991 an dieser Technologie. Dass die sich nicht nur für Bildschirme, Monitore und Displays eignet, hat man dort früh erkannt - seit 2004 beschäftigen sich Wissenschaftler speziell mit Beleuchtung. Seinen OLED-Leuchtelemente hat das Unternehmen den Namen Lumiblades gegeben - sie werden unter anderem in Aachen produziert. „Braucht jemand im Lab Module, muss er also nur die Treppe hinuntergehen und zugreifen”, sagt Kristin Knappstein.

Die extrem flachen Panels kann man problemlos in Oberflächen integrieren. In ihrer neusten Version lassen sich die einzelnen Module unbegrenzt zusammenfügen, so dass ganze Lichtteppiche entstehen können. Auch so einen gibt es im Philips Lumiblade Creative Lab. Wenn der Betrachter daran vorbeigeht oder mit den Armen wedelt, zeichnen die kleinen Dioden das als Lichtbewegung nach. „Das Lab bietet auch Ausstellungsräume, in denen bisherige Entwicklungen wie diese oder die Lampe Edge gezeigt werden”, erklärt Kristin Knappstein.

Für die kreative Atmosphäre haben je vier Designstudenten der Bauhaus Universität Weimar und des Royal College of Arts in London gesorgt. Vor drei Wochen hat die kleine Gruppe - drei Frauen und vier Männer - begonnen, die ehemaligen Büroräume umzugestalten. Eine Tag und Nacht Aktion. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der große Aufenthaltsraum könnte genau so gut das innere eines angesagten Clubs sein.

Dabei haben die Studenten selbst nicht nur entworfen, sondern auch geschreinert, verputzt, genäht und lackiert. Und Material verwendet, das sie im Haus gefunden haben. Deshalb stecken im hellen Holzboden der Lounge alte Paletten, die zur Bildröhrenfabrik gehörten.
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