EDS Systemtechnik hat sich in einer Nische breitgemacht

Von: Thorsten Karbach
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Innovationen, die alte Technologie zukunftsfähig machen: Amélie und Peter Prinz von der EDS Systemtechnik setzen auf Retrofit. Foto: Steindl

Aachen. Die Weichen sind auf Erfolg gestellt. Wenn die Deutsche Bahn ein Stellwerk modernisiert, dann findet sie bei der Aachener Firma EDS Systemtechnik bewährte Ansprechpartner. Die Gesellschaft für elektronische Datenverarbeitungsanlagen mbH (kurz: EDS) hat sich seit einem halben Jahrhundert voll und ganz einem Spezialthema verschrieben.

Einer Nische, die Raum für große Geschichte lässt. Zu den Kunden zählt neben der Deutschen und der österreichischen Bahn auch Siemens.

Angefangen hat alles in einer Zeit, in der es weder PC noch Handy gab. Vor 50 Jahren. Es war der 26. Mai 1964. Heinrich Lübke war Bundespräsident, der Minirock sorgte für Aufsehen und vor allem: Die ersten Großrechner füllten ganze Räume. „Seitdem haben wir alle Entwicklungen mitgemacht“, sagt Peter Prinz.

Es war eine Firmengründung, wie sie heute kaum mehr vorstellbar ist. Es gab weder Förderprogramme noch Mentoren, die bei den ersten Schritten helfen konnten. Die EDS hatte damals auch keine Hochschule im Rücken, heute arbeitet sie mit der Fachhochschule Aachen zusammen. Peter Prinz kam 1971 ins Unternehmen, seine Frau Amélie begann dort ihre Ausbildung – das war 1977.

37 Jahre später sind die beiden Geschäftsführer eines kleinen Teams von zehn Mitarbeitern mit Auftraggebern, die vor riesigen Problemen stehen. Beispiel Bahn: Die hat viele ihrer Stellwerke in den 1960ern gebaut. 20 Jahre später wurden sie mit Mikroprozessoren modernisiert. Alles ist in die Jahre gekommen, doch für flächendeckend neue Stellwerke fehlt zwangsläufig das Budget. Und so ist es die EDS Systemtechnik, die verblassende Anzeigen ersetzt, einzelne Bauteile der Steuerungssysteme austauscht. Das Prinzip nennt sich Retrofit. Es ist eine Form der Modernisierung alter Anlagen, die ansonsten noch immer anstandslos arbeiten. Es werden lediglich Elemente ausgebaut und durch Hightech ersetzt. Das spart den Auftraggebern die ganz große Millioneninvestition. „Es ist ein Spagat, wir stehen mit einem Bein in der alten und mit einem in der modernsten Technologie“, erklärt Amélie Prinz.

Es ist letztlich maßgeschneiderte Elektronik, die mit EDS den Weg in den Kölner Hauptbahnhof, den Rangierbahnhof Maschen oder Kraftwerke in der Schweiz und Südafrika fand. Für ihre Lösung bei der Verkabelung von Kraftwerkssimulatoren hat die EDS ein Patent. Es ist wie in vielen anderen Fällen ein kleiner Eingriff mit großem Effekt.

Die EDS ist so etwas wie ein Urgestein der Aachener IT-Branche, die mittlerweile mehr als 1400 Unternehmen mit rund 32 000 Beschäftigten in der Region zählt. Die Firma hat sich in ihrer Nische ausgebreitet, setzt auf Innovation und weiß: Die neuen Rechner von heute sind die alten Rechner von morgen. „Wir wissen, es gibt auch in Zukunft noch ausreichend technische Probleme, die wir lösen können“, sagt Peter Prinz. Die Bahn geht nicht einfach in den nächsten Computerladen, wenn es im Stellwerk hakt, sie meldet sich in Aachen.

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