Düsseldorf/Aachen - Doch noch Geld aus Berlin?

Doch noch Geld aus Berlin?

Von: Berthold Strauch
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Düsseldorf/Aachen. Als die Bundesregierung kürzlich entschied, in welchen Regionen das Thema Elektromobilität über so genannte Schaufenster noch intensiver an die Bevölkerung herangetragen und für sie erlebbar gemacht werden soll, ging Aachen leer aus.

Entsprechend groß war die Enttäuschung der hiesigen Akteure, nicht von dem avisierten Millionensegen - etwa für die Aachener Campusbahn - profitieren zu können. Oder vielleicht doch? NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) machte am Donnerstag in Düsseldorf Hoffnung, dass wohl noch Geld fließen werde.

Dazu hatte sich der Minister kompetenten Beistands versichert. So unterstrich insbesondere Professor Lutz Eckstein, Leiter des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH und Mitglied der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Leben gerufenen „Nationalen Plattform Elektromobilität” (NPE), wie intensiv die Forschung in Sachen Elektroauto läuft. Dabei wurde Eckstein unterstützt von seinen Kollegen Prof. Martin Winter, Leiter des Kompetenzzentrums Batterietechnik an der Universität Münster, und Prof. Christian Rehtanz von der Technischen Uni Dortmund, zuständig für Infrastruktur und Netze.

Voigtsberger machte deutlich, dass er die für den Schaufenster-Wettbewerb zuständigen Berliner Ressortchefs - Verkehrsminister Peter Ramsauer, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Umweltminister Norbert Röttgen und Forschungsministerin Annette Schavan - gebeten habe, trotz der Absage Unterstützung bereitzustellen.

„Besonders gut aufgestellt”

„Es gibt die Zusage, dass wir mit weiteren Mitteln rechnen können”, sagte Voigtsberger. „Summen kann ich noch nicht nennen.” Bislang habe das Land für ein von 2009 bis 2015 laufendes Programm rund 100 Millionen Euro bereitgestellt. Damit wolle man sich weiter auf Forschung und Entwicklung konzentrieren. Mit den drei Kompetenzzentren sei das Land hier „besonders gut aufgestellt”.

Prof. Eckstein verantwortet den Part Fahrzeugtechnik. Beispielhaft nannte der Aachener Untersuchungen in Sachen Thermodynamik, die Klimatisierung von „Stromern”. Nutzer solcher Autos wollten diesen Komfort in Anspruch nehmen, ohne dass dies auf Kosten der Reichweite der Batterien gehe. Und angesichts des zusätzlichen Gewichts der Stromspeicher gelte es, das Thema Leichtbau zu forcieren. Dabei gehe es nicht allein etwa um kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK), sondern auch um „sehr hoch qualifizierten Stahl”. Zudem erwähnte Eckstein die Batteriesicherheit. Auch dazu gebe es in Aachen Projekte, den Energiespeicher nicht „als rohes Ei” zu betrachten, sondern als „deformierbares Element auszulegen”. Eckstein sprach von einem „echten Fahrerlebnis”, das die Attraktivität elektrisch angetriebener Autos vermitteln solle.

Voigtsberger hält nichts von der Einführung einer Prämie, um dazu beizutragen, die von der NPE gewünschte Zahl von einer Million Elektroautos bis 2020 zu erreichen. Denn jetzt würden nur ausländische Hersteller profitieren. Wichtig sei, hierzulande über intensive Forschung für bezahlbare Autos zu sorgen. „Die Technologie wird es möglich machen”, so der Minister.
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