Diskussionen um Agit-Geschäftsführer Greif

Von: Berthold Strauch
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Das Ruder fest in der Hand: Ulrich Schirowski - hier bei einer Veranstaltung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen auf dem Eschweiler Blausteinsee; rechts Monschaus CDU-Bürgermeisterkandidatin Margarete Ritter. Foto: Stefan Herrmann

Aachen. Wie heißt es so schön: „Wo Rauch ist, da ist auch Feuer.” Es muss wohl heftig „gequalmt” haben, dass interne Personalien aus der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) an die Öffentlichkeit drangen.

Dabei beeilen sich die Verantwortlichen indes, auf Anfrage unserer Zeitung zu erklären, dass alles seinen normalen Gang gehe - und kein Haar in der Suppe zu finden sei.

Fakt ist jedenfalls eines: Am Mittwoch findet im Agit-Gebäude am Aachener Europaplatz eine außerordentliche Aufsichtsrats- und Gesellschafterversammlung statt.

Geladen sind Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Hochschule, darunter Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden, Landrat Carl Meulenbergh und seine Kollegen aus den Nachbarkreisen. Wichtigster Punkt: „Personalangelegenheiten - Handlungsvollmacht/Stellvertretung”.

Im Mittelpunkt der Hinweise auf das Innenleben der Agit steht deren Geschäftsführer. Helmut Greif hat diesen Job am 1. November 2007 von Bernd Thomas übernommen. Einige Kontrolleure sagen Greif nach, dass er wichtige Vorgänge dem Gremium oftmals nur sehr unvollständig, ohne harte Fakten vorgelegt habe.

Und: Er habe vor Jahresfrist versucht, den als Geschäftsführer der „Euregionale 2008” vorzeitig abberufenen und wieder zur Agit zurückgekehrten Ralf P. Meyer als seinen Stellvertreter zu installieren. Die Stelle war seit längerem vakant, da Victoria Applebe zur Bonner Wirtschaftsförderung gewechselt war.

„Herr Dr. Greif hat für die Agit hervorragend Konsolidierungsarbeit geleistet”, springt ihm sein Aufsichtsratsvorsitzender, der Aachener Handwerkskammer-Präsident Dieter Philipp, bei. Greif habe es nach Verlustphasen geschafft, „im operativen Bereich wieder schwarze Zahlen zu schreiben”, fügt er an. „Er hat erfolgreich gearbeitet. Ich bin froh, dass wir ihn damals für die Geschäftsführung ausgewählt haben.”

Arbeit der Agit soll gestärkt werden

Bei der Neuausrichtung der Arbeit insbesondere mit Blick auf eine Stärkung des regionalen Marketings solle die Leitung der Agit „gestärkt werden”. Für die Sitzung liege dazu ein „Personalvorschlag” auf dem Tisch. Er hoffe, dass dieser eine Mehrheit finde.

Auf Nachfrage bestätigte Philipp die Informationen unserer Zeitung, dass es Ulrich Schirowski ist, der als zweiter Geschäftsführer auf den Schild gehoben werden soll. Die „Doppelspitze” soll eine „klarere Aufgabenteilung” bekommen.

Schirowski ist bereits seit längerem bei der Agit tätig und beschäftigt sich mit „Regional- und Clusterentwicklung”. Ihm wird nachgesagt, dass er „in der Außendarstellung der Agit wesentlich besser” als Greif sei.

Die Personalie Schirowski sei „ohne Streit in Abstimmung mit allen Akteuren einvernehmlich geregelt worden”, so Philipp. Dessen Sohn Marcel, Bewerber der Aachener CDU um das Amt des Oberbürgermeisters, sitzt auch im Agit-Aufsichtsrat - wie sein SPD-Gegenkandidat Karl Schultheis.

Zu Gerüchten, wonach Greif generell zur Disposition stehe und Schirowski als sein Nachfolger aufgebaut werden solle, gebe es „keinen Anlass”, versicherte Dieter Philipp. Er hoffe, so der Agit-Chefaufseher, dass die Gesellschaft nicht in ein parteipolitisches Fahrwasser gerate und zum Kommunalwahlthema werde.

Dass in der Agit pure Harmonie herrscht, wollen indes nicht alle Kontrolleure gelten lassen. Mit dem ersten Vorschlag, Meyer zu seinem Vize zu machen, habe Greif „den Schwächeren dem Stärkeren vorgezogen”, sagen sie.

Die Agit sei „ein dringend notwendiges Wirtschaftsförderungs-Instrument, von Euskichen bis Heinsberg, von der Eifel bis Aachen”, sagte OB Linden unserer Zeitung. „Sie braucht Erfolg, um eine Identität für die gesamte Region herzustellen.”
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